03:06 26 November 2020
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    Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein soll laut der Zeitung „The New York Times“ mit Dutzenden Klägerinnen, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen, einen vorläufigen 25-Millionen-Dollar-Deal (22,4 Millionen Euro) ausgehandelt haben.

    Im Rahmen der Vereinbarung werde der frühere Hollywoodmogul allerdings weder Schuld eingestehen noch die Entschädigungen aus eigener Tasche bezahlen, schreibt das Blatt am Mittwoch unter Berufung auf Anwälte, die an den Verhandlungen beteiligt waren. Die Zahlungen würden die Versicherer seines bankrotten früheren Filmstudios „The Weinstein Company“ übernehmen müssen.

    Die Millionensumme soll der Zeitung zufolge unter mehr als 30 Schauspielerinnen und früheren Angestellten Weinsteins aufgeteilt werden, die gegen den ehemaligen Filmproduzenten Anschuldigungen erhoben hatten, die von sexueller Belästigung bis Vergewaltigung reichen. Eventuell kämen in den kommenden Monaten weitere Klägerinnen hinzu.

    Keine gesetzliche Alternative für viele Klägerinnen

    Obwohl die meisten Beteiligten der Vereinbarung zugestimmt hätten, sei sie bei einem Teil der Klägerinnen und deren Anwälten auf Kritik gestoßen, so die „The New York Times“. Für viele der Frauen sei der Vergleich jedoch allem Anschein nach der einzige Rechtsweg.

    Das frühere Model Zoe Brock, eines der angeblichen Weinstein-Opfer, sagte gegenüber dem Blatt, der Deal lasse sie sich „besiegt und perspektivlos“ fühlen. Als sie aber nach rechtlichen Alternativen gesucht habe, habe sie keine gefunden.

    Viele der Fälle lägen außerhalb der Verjährungsfrist, teilte eine weitere Klägerin, Caitlin Dulany, laut der Zeitung mit. Selbst eine mangelhafte Vereinbarung könnte aber „Gerechtigkeit und Erleichterung bringen“.

    Nur Zivilprozesse betroffen

    Der Deal um die Entschädigungen muss noch von einem Gericht genehmigt und von allen beteiligten Parteien unterzeichnet werden. Der Vergleich würde laut dem Blatt fast alle Zivilprozesse gegen Weinstein und sein ehemaliges Studio beenden.

    Die vorläufige Vereinbarung betrifft die Hauptverhandlung nicht. Bei der strafrechtlichen Verfolgung Weinsteins vor einem New Yorker Gericht geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Dem Ex-Filmmogul werden Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.

    Causa Weinstein und MeToo-Kampagne

    Mehr als 80 Frauen hatten Harvey Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Die Hauptverhandlung gegen den Produzenten ist für den 6. Januar anberaumt.

    Im Zuge des Skandals um Weinstein fand der Hashtag #MeToo ab Mitte Oktober 2017 Verbreitung in den sozialen Netzwerken, als mehrere Frauen den Hollywood-Mogul der sexuellen Belästigung, Nötigung oder der Vergewaltigung beschuldigten.

    Der Ausdruck „Me too“ geht auf die Aktivistin Tarana Burke zurück und wurde als Hashtag durch die US-Schauspielerin Alyssa Milano populär. Sie ermutigte betroffene Frauen, mit Tweets auf das Ausmaß sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe aufmerksam zu machen. Seitdem wurde dieser Hashtag millionenfach verwendet.

    mo/ip

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    Tags:
    MeToo, Harvey Weinstein, Hollywood, USA