05:35 24 Januar 2020
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    Drei Jahre nach der Terrorattacke auf einem Weihnachtsmarkt in der deutschen Hauptstadt Berlin erhält mindestens ein Dutzend der Überlebenden Pflegeleistungen. Dies sagte der Opferschutzbeauftragte des Bundes, Edgar Franke.

    „Ein Verletzter muss rund um die Uhr gepflegt werden“, sagte er. Ferner fügte Franke hinzu:

    „Von etwa 20 Menschen ist mir persönlich bekannt, dass sie nach wie vor unter den psychischen Folgen dieser schrecklichen Tat leiden.“

    Etwa ebenso viele können ihm zufolge bislang ihrer Arbeit nicht wie vor der Attacke nachgehen.

    Der SPD-Politiker betonte, dass es unter den Betroffenen ein großes Bedürfnis nach Gesprächen gebe. Er und seine Mitarbeiter stünden mit etwa 20 in regelmäßigem Kontakt.

    Finanzielle Hilfe

    Franke fuhr fort: „Vorrangig geht es um finanzielle Entschädigungen, zunehmend auch um Erwerbsminderungsrenten oder um Fragen des Wiedereinstiegs in den Beruf.“

    Vermittelt werden demnach auch medizinische und psychotherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten. Bisher sollen etwa 4,3 Millionen Euro Finanzhilfen an Betroffene und Hinterbliebene ausgezahlt worden sein.

    Franke verwies unter anderem darauf, dass die Tatsache, dass man seiner Berufstätigkeit dauerhaft nicht mehr nachgehen könne, zu Existenzängsten führen könne.

    Opferentschädigungsgesetz

    Das Opferentschädigungsgesetz sei zwar gerade grundlegend reformiert und Leistungen seien verbessert worden.

    „Allerdings hätte ich mir als Opferbeauftragter gewünscht, dass das gesamte Gesetz früher in Kraft tritt, nicht erst im Jahr 2024“, sagte Franke.

    Nur die Erhöhung der Waisenrenten rückwirkend zum Juli 2018 komme den Opfern des Terroranschlags in Berlin jetzt schon zugute.

    Die Höhe der Opferrenten liegt demnach für die Verletzten derzeit je nach Grad der Schädigung bei zwischen 151 und 784 Euro pro Monat. Mindestens drei Personen würden lebenslang monatliche Entschädigungszahlungen erhalten, sagte Franke.

    Anschlag auf Breitscheidplatz 

    Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen gestohlenen Lkw in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche gesteuert. Bei dem islamistischen Terroranschlag starben zwölf Menschen, mehr als 60 weitere Weihnachtsmarktbesucher wurden verletzt. Amri flüchtete nach der Tat nach Italien, wo er später von Polizisten erschossen wurde.

    ak/mt/dpa

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    Tags:
    Opfer, Weihnachtsmarkt, Terroranschlag, Berlin, Deutschland