18:32 18 Januar 2020
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    Laut einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hat die Spendenbereitschaft in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren zugenommen, jedoch fiel die Zunahme fiel geringer aus als bisher angenommen. Gemessen an ihrem Gehalt haben dabei Geringverdiener mehr gespendet als Einkommensmillionäre.

    Am Montag hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen zum Spendenverhalten der Deutschen vorgelegt. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015, da eine statistische Erhebung erst mehrere Jahre später gemacht werden kann. Die Zahlen beruhen auf Angaben in den Steuererklärungen der Steuerpflichtigen. 2015 gaben 10,3 Millionen Bundesbürger insgesamt 5,6 Milliarden Euro als Spenden in ihren Steuererklärungen an. Die Zahlen können jedoch nur ein ungefähres Bild vom Spendenvolumen geben, denn Spenden an politische Parteien oder Stiftungen sind nicht in den Auswertungen enthalten, ebenso wenig Kleinstspenden, die nicht in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Auch steuerlich zusammenveranlagte Ehepaare oder Lebenspartner werden als ein Steuerpflichtiger gezählt.

    Die Weihnachtszeit ist traditionell die Zeit, in der die Menschen etwas Gutes tun und anderen helfen wollen – das bestätigen auch die Zahlen von Destatis. Mit 20 Prozent des jährlichen Spendenaufkommens ist der Dezember der wichtigste Spendenmonat.

    Am großzügigsten spendeten 2015 die älteren Bundesbürger. Während die Hälfte der 20- bis 30-Jährigen 100 Euro oder mehr spendete, waren es 180 Euro oder mehr bei der Hälfte der über 65-Jährigen. Der Anteil der Spender war dabei bei den 79-Jährigen mit rund 61 Prozent am höchsten. Insgesamt gaben 37 Prozent der Steuerpflichtigen 2015 eine Spende in ihrer Steuererklärung an.

    Wo mehr vorhanden ist, wird auch mehr ausgegeben – das gilt auch für Spenden für den guten Zweck. Laut der Erhebung spendeten knapp neun von zehn der sogenannten Einkommensmillionäre, wobei sie im Schnitt 1,5 Prozent ihres Einkommens oder rund 40.000 Euro bereitstellten. Auch wenn die Besserverdiener in absoluten Zahlen mehr gaben als die weniger gut gestellten Mitbürger – prozentual gesehen gaben Steuerpflichtige mit Einkommen bis 5000 Euro mit 11 Prozent ihres Einkommens wesentlich mehr für den guten Zweck.

    „Ein hoher Anteil der in der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik 2015 betrachteten Spenden wird jedoch durch wenige Großspenderinnen und -spender erbracht. Rund 10 % der Steuerpflichtigen mit den höchsten Einkünften waren für 42 % des gesamten Spendenvolumens verantwortlich“, heißt es in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes.

    Erwartet wurde, dass die Deutschen noch wesentlich spendabler wären und 2018 die 10-Milliarden-Marke an Spendengeldern geknackt werden würde. Die Zahlen mussten nun aber deutlich nach unten korrigiert werden, weil bei der Berechnung die sogenannten Spendenvorträge nicht berücksichtigt worden sind. Den Fehler hat das Statistische Bundesamt erkannt und die Zahlen bereinigt. "Für die Finanzierung von Vereinen und Initiativen werfen die neuen Zahlen erhebliche Fragen auf", wird hierzu Holger Krimmer von der Denkfabrik Ziviz von „Spiegel Online“ zitiert.

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