20:35 24 Januar 2020
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    Friede, Freude, handfester Krach – Obwohl sich 60 Prozent der Bevölkerung laut Umfragen auf Weihnachten freuen, steht das Fest auf einer Stress-Skala von 1 bis 100 auf dem zwölften Platz. Polizei, Beratungsstellen und Rettungsdienste sind rund um die Uhr im Einsatz.

    Der Psychotherapeut und Buchautor Dr. Wolfgang Krüger hat fünf Tipps, damit das Fest kein Desaster wird.

    Weihnachten bietet nur zu oft Anlass für einen heftigen Krach. Laut dem renommierten Psychotherapeuten und Buchautor Dr. Wolfgang Krüger herrscht in jeder sechsten Familie deshalb zu Weihnachten daheim eine angespannte Stimmung, bei fünf Prozent vergeht kein Weihnachtsfest ohne einen handfesten Streit. Rund 34 Prozent der Deutschen sind froh, wenn Weihnachten vorbei ist und ein Drittel aller Trennungen erfolgt laut dem Experten nach dem Weihnachtsfest.

    Es kommt einiges zusammen…

    Dr. Krüger ist Autor solch erfolgreicher Bücher, wie „So gelingt die Liebe – auch wenn der Partner nicht perfekt ist“ oder „Humor für Anfänger und Fortgeschrittene“. Als Hauptursache für Konfliktstimmung unter dem Weihnachtsbaum sieht der Berliner Diplompsychologe Beziehungs-Stress:

    „Die dunkle Jahreszeit ist für die Liebe eine große Herausforderung. Draußen ist es kalt, wir halten uns mehr in der Wohnung auf und spüren stärker, ob wir uns noch etwas zu sagen haben. Durch manchen Streit, kleine Enttäuschungen und Krisen ist im Laufe der Monate meist eine größere Distanz entstanden. Und nun soll plötzlich eine vertraute Nähe entstehen?“

    Nachdem man sich monatelang aus dem Weg gegangen ist, hätten viele Menschen dennoch die Erwartung, dass Weihnachten ein Fest des Friedens sein sollte. In Wirklichkeit sei Weihnachten aber eine grandiose Inszenierung, die immer Elemente des Scheiterns in sich trage, weil unsere Erwartungen an das Weihnachtsfest von einer übersteigerten Romantik geprägt seien.

    Einfach mal realistisch sein

    Realistisch müsse man jedoch davon ausgehen, dass man sich auch am Weihnachtsfest genau so wenig versteht wie sonst. Dr. Krüger rät: Rechnen Sie also damit, dass es unter dem Weihnachtsbaum manchmal etwas ‚knirscht’:

    „Das ist wie ein Muskelkater, wenn man untrainiert an einem Marathon teilnimmt. Nehmen Sie also diese Verstimmungen am Weihnachtsfest als Aufforderung, wieder verstärkt in die Beziehung zu investieren.“

    Eine gute emotionale Basis ist also ein gutes Fundament für ein stressfreies Weihnachtsfest. Im Übrigen hat der Experte fünf einfache Ratschläge, damit das Fest kein emotionales Desaster wird…

    Je mehr, desto besser…

    Punkt eins: Sie können die weihnachtliche Inszenierung durchlöchern, indem Sie die Familienbande erweitern:

    „Laden Sie also Nachbarn, gute Freunde und Bekannte ein. Die spannungsgeladene Familiendynamik wird aufgelöst, wenn einige Gäste teilnehmen, die mit den Empfindlichkeiten und Konflikten noch nicht so vertraut sind.“

    Wenn Sie die meist steifen Rituale auflösen, wird Ihnen laut Dr. Krüger die Komik vieler Misslichkeiten wieder zugänglich.

    Die Flucht nach vorne…

    Punkt zwei: Gibt es dennoch Streit, rät der Psychotherapeut zu einer friedlichen Grundhaltung. Seien sie sich bewusst, dass Sie meist an den Schwierigkeiten beteiligt sind und nehmen Sie sich ruhig eine Auszeit, wenn es zuhause schwierig wird - notfalls mit einem halbstündigen Spaziergang. Als Punkt drei rät Dr. Krüger zu einer Schwerpunktverlagerung:

    „Jeder Mensch hat zahlreiche Ziele, die er ewig vor sich herschiebt. Prokrastination heißt dies in der Fachsprache. Beschäftigen Sie sich bereits in der Vorweihnachtszeit damit, endlich das ersehnte Haus zu bauen, eine Fremdsprache zu erlernen oder die Wohnung zu renovieren.“

    Als Folge lebe man in einer zweiten, eigenen Welt und könne mit Abstand die Komik des Weihnachtsfests erleben.

    Letzte Rettung: Gutschein?

    Punkt vier: Geschenke machen, die zu einer Verbesserung der Beziehung beitragen. Schenken Sie beispielsweise Aktivitäts-Gutscheine. Was laut Dr. Krüger meist klappe, seien gemeinsame Unternehmungen, bei denen auch nicht viel geredet reden müsse. Noch mehr Nähe entstehe, wenn man dem Partner einen Gutschein für persönliche Massagen schenke. Und wenn das alles nicht mehr hilft: vielleicht schenken Sie dem anderen einen Gutschein für eine gemeinsame Paartherapie. Als fünften und letzten Punkt rät Dr. Krüger:

    „Wenn Sie von den lieben Verwandten und dem ganzen Weihnachtstrubel genervt sind: Fahren Sie doch einfach weg und feiern am Strand von Teneriffa…“

    Warum eigentlich nicht? Das nass-kalte deutsche Winterwetter ist jedenfalls kein Grund für ein heimatliches Weihnachtsfest. Und sollte es jetzt schon zu spät sein: Nach dem Fest ist vor dem Fest, die nächsten Weihnachten kommen bestimmt! Sputnik wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes Fest und vor allen Dingen stressfreie Feiertage…

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    Tags:
    Beziehungen, Familie, Weihnachten