08:57 28 November 2020
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    Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hat vor der Küste Libyens 32 Migranten aus Seenot gerettet. Dies gab die Hilfsorganisation Sea-Eye am Freitag bekannt.

    Die Crew empfing demzufolge am späten Donnerstagabend einen Notruf. Zwei Stunden später habe sie die übermittelte Koordinate erreicht und die Menschen von einem überfüllten Kunststoffboot geborgen.

    Das Boot habe 17 Seemeilen vor der libyschen Küste gelegen, dennoch hätten die libyschen Behörden überhaupt nicht auf den weitergeleiteten Notruf reagiert. Unter den 32 Geretteten seien zehn Kinder und fünf Frauen. Das jüngste Kind ist drei Monate alt, eine der Frauen ist schwanger.

    Lage im Mittelmeer derzeit besonders gefährlich

    Alle Überlebenden gaben laut Sea-Eye an, libysche Staatsbürger zu sein. Bis zum Freitagvormittag habe sich keine Rettungsleitstelle für zuständig erklärt. Die „Alan Kurdi“ habe Kurs auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa genommen, weil ein Sturm aufzog.

    Die Flucht sei zu dieser Jahreszeit besonders gefährlich, weil sich das Wetter ständig ändere, hob Julian Pahlke, Sprecher von Sea-Eye, der Mitteilung zufolge hervor.

    „Hätten wir die Menschen nicht gefunden, wären sie spätestens morgen in einen Sturm geraten. Ihre Überlebenschancen wären dadurch drastisch gesunken.“

    Das deutsche Rettungsschiff war laut einer früheren Mitteilung von Sea-Eye am 20. Dezember zu einem neuen Einsatz zur Jahreswende ins Mittelmeer aufgebrochen. Die „Weihnachtsmission“ finde mit Unterstützung des Erzbistums Paderborn statt.

    mo/sb

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    Sea-Eye, Libyen, Deutschland