01:16 20 Januar 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    8721283
    Abonnieren

    Bessere Vernetzung, mehr Sicherheit – Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Radverkehr in Deutschland tatkräftig entwickeln. Wie er in einem am Samstag veröffentlichten dpa-Interview sagte, könnten die Klimaziele seiner Meinung nach nur bei einem starken Radverkehr erreicht werden.

    In diesem Zusammenhang warb Scheuer dafür, dass Deutschland ein „Fahrradland” wird. 

    Es gebe so viel Geld wie noch nie für den Radverkehr, 1,45 Milliarden bis 2023. Zwar sei der Bund nicht zuständig für den Bau von Radwegen in Städten und Gemeinden, sagte Scheuer. „Aber ich bin mit meinem neuen Bündnis für moderne Mobilität guten Mutes, dass die Kommunen und die Bundesländer uns Projekte melden, wo wir auch kräftig fördern können und das Radwegenetz in Deutschland sich verbessert und sicherer wird.”

    Mehr Schutz nötig

    Es gehe auch um einen besseren Schutz von Radfahrern, betonte der Minister. Er verwies auf Änderungen der Straßenverkehrsordnung. Demnach soll es mehr Platz und mehr Rechte für Radler geben, außerdem strengere Regeln für Autos. So sollen Bußgelder fürs Parken in der „zweiten Reihe”, auf Geh- und Radwegen steigen. Außerdem soll es neben Fahrradstraßen künftig ganze Zonen geben – dort ist dann generell höchstens Tempo 30 erlaubt, der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Beim Rechtsabbiegen soll es einen Grünpfeil geben, der nur für Radfahrer gilt.

    Von Januar bis September 2019 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 358 Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das waren drei mehr als im Vorjahreszeitraum – bei insgesamt weniger Todesopfern bei Unfällen.

    Scheuer betonte, dass die Situation in den Städten insbesondere für „die schwächeren Verkehrsteilnehmer” stressiger geworden sei. Zugleich lobte er, dass viele bereits auf das Fahrrad umgestiegen seien.

    „Aber damit noch mehr umsteigen, braucht es eine andere Verkehrsplanung, braucht es die Trennung der verschiedenen Verkehrsmittel im Verkehrsraum”, sagte Scheuer und fügte hinzu, das Ministerium habe dazu bereits verschiedene Förderprojekte.

    Zukunft heißt bessere Vernetzung

    Scheuer will zudem den Radverkehr besser mit anderen Verkehrsmitteln vernetzen. Die Bahn hatte bereits mitgeteilt, dass Bahnkunden es künftig leichter haben sollen, ihr Rad mitzunehmen. Es gehe um ein „verkehrsmittelübergreifendes Denken”, sagte der Minister. An einem Bahnhof müsse es neben Park+Ride-Plätzen auch Park+Bike-Plätze geben – denn die Trennungen der verschiedenen Verkehrsmittel halten die Leute auf, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.

    „Das wird die Zukunft sein”, beteuert Scheuer. 

    msch/sb/dpa

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Wo ist Putin?“: Russischer Präsident bei Fotozeremonie der Libyen-Konferenz „verloren gegangen“
    Wie „polnische Heimatarmee“ Ukrainer und Juden mordete – Neue historische Dokumente veröffentlicht
    Polen beansprucht in Russland befindliche Kunstwerke – Museumschefin gibt Antwort
    Tags:
    Klimaschutz, Umweltschutz, Verkehr, Andreas Scheuer, Fahrrad