21:06 21 Januar 2020
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    Im Fall des getöteten 49-jährigen Feuerwehrmannes in Augsburg sind alle sieben Verdächtigen laut ihren Verteidigern wieder in Untersuchungshaft.

    Sechs von sieben mutmaßlichen Tätern kamen zuvor in U-Haft, am Montag aber wieder auf freien Fuß. Nun hat das Oberlandesgericht (OLG) München die Entscheidung gekippt und will weiter ermitteln lassen.

    Die Instanz sieht einem Verteidiger zufolge bei den sechs Verdächtigen doch Flucht- und Verdunklungsgefahr. Daher habe es die ursprünglichen Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag wieder in Kraft gesetzt, sagte Anwalt Michael Menzel am Samstag.

    Das OLG wolle wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen und jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe, so Menzel. Dafür wolle es die weiteren Ermittlungen abwarten.

    Übergriff am Nikolaustag endet tödlich

    Der bundesweit für Aufsehen sorgende Zwischenfall ereignete sich am 6. Dezember auf dem Augsburger Königsplatz. Nach Angaben der Polizei waren zwei befreundete Ehepaare mit einer siebenköpfigen Gruppe junger Männer aneinandergeraten. Den beiden Ehemännern wurde jeweils ein Schlag auf den Kopf versetzt. Der Feuerwehrmann starb rund 50 Minuten nach dem verhängnisvollen Schlag vor Ort im Notarztwagen. Sein 50 Jahre alter Freund wurde massiv im Gesicht verletzt. Die Ehefrauen blieben körperlich unversehrt.

    Bei dem vermutlichen Mörder handelt es sich um einen 17-Jährigen, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat. Sechs weitere junge Männer waren der Beihilfe zum Totschlag beschuldigt worden.

    Menzel, dessen Kanzlei vier der Sieben vertritt, sagte, die Polizei habe einige der Betroffenen am Freitagabend festgenommen. Andere, die nicht zu Hause waren, hätten sich auch selbst bei der Polizei gemeldet. Ein weiterer Verteidiger kündigte an, Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe prüfen zu wollen. Die Augsburger Staatsanwaltschaft will eigenen Angaben zufolge erst am Montag Stellung zu den aktuellen Entwicklungen nehmen.

    mo/mt/dpa

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