10:57 01 Oktober 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    13722466
    Abonnieren

    Der Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks Köln (WDR), Danny Hollek, hat die Debatte rund um das umstrittene Kinderlied „Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau“ angeheizt. In einem Tweet meinte er, die Omas der empörten ZuhörerInnen seien Nazisauen gewesen. Der Sender distanzierte sich „scharf von Form und Inhalt“.

    „Lass´ mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über Umweltsau aufregen. Eure Oma war keine Umweltsau. Stimmt. Sondern eine Nazisau“, schrieb der junge Mann auf seiner Twitter-Seite zum skandalösen Klima-Video mit dem Mädchenchor. 

    Das von WDR 2 erstellte Video, in dem die kleinen Mädchen Zeilen wie „Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau“ auf die Melodie von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ singen und am Ende noch die Klimaaktivistin Greta Thunberg zitieren, hatte kürzlich für viel Empörung im Netz gesorgt. Viele Politiker hatten sich dazu geäußert, darunter der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), aus dessen Sicht der WDR mit dem Lied „Grenzen des Stils und des Respekts gegenüber Älteren“ überschritten hatte. Das Lied war in der Nacht auf Samstag vom Sender unter anderem wegen des Vorwurfs, man instrumentalisiere damit die Kinder, gelöscht worden. Die Debatte legte sich aber nicht und spitzte sich nur zu, als Hollek sich dieser mit „Nazisau“ angeschlossen hatte. 

    „Die heutige Großelterngeneration ist ~70-80 Jahre alt, war also 1945 höchstens fünf Jahre. Klar, alles Nazis“, konterte ihn ein Nutzer unter dem Namen Richard Meusers v.W. Der Journalist aber wusste all die Kontra-Argumente auf seine Weise zu widerlegen. Er legte in mehreren weiteren Tweets nach: „Wenn meine Oma keine Nazisau gewesen wäre, würde es mich nicht geben. Just facts“ oder „Meine Oma war die einzige Nazisau. Eure Großeltern waren natürlich alle im Widerstand.“

    „Macht sich zum Volldeppen“

    Als einer der ersten reagierte der Schweizer Moderator und Meteorologe Jörg Kachelmann auf die neu entfachte Diskussion. Kachelmann rege sich nicht über die „Umweltsau“ auf, sei aber dennoch nicht sicher, ob das auf jede Oma der Aufregungsbereiten zutreffen möge. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer kam vorbei und meinte, wenn es beim WDR wegen Umweltsau schon richtig schlecht laufe, lege der WDR-Mitarbeiter mit Nazisau noch einen drauf.

    „Widerliches Generationenbashing. Immerhin hat er das keine kleinen Kinder singen lassen, sondern macht sich mit seinem Tweet selbst zum Volldeppen“, so der Politiker. Der Bundesvorsitzende der WerteUnion, Alexander Mitsch, beklagte sich seinerseits darüber, dass „linke Ideologen“ den Sender „tief unterwandert“ hätten. Dazu forderte er noch „schnelle personelle Konsequenzen“.

    Viele BürgerInnen und Bürger zeigen weiter ihre Empörung über Holleks Worte. „Der Hass auf die ältere Generation und die kollektive Verunglimpfung von Millionen Menschen scheinen beim WDR ein tiefer liegendes Problem zu sein?“, fragte der Nutzer Felix Leidecker. Der User Lorenz Okon vermutete seinerseits, wer 2019 Bevölkerungsgruppen pauschal mit Umweltsau oder Nazisau beschimpfe und sich gut dabei fühle, hätte 1939 auch „Judensau“ gerufen.

    WDR-Redaktion: Hollek kein Redakteur beim WDR

    Die WDR-Redaktion meldete sich kurz darauf zu den Worten des Journalisten. In einer Stellungnahme auf Twitter schrieb man, der betroffene Mitarbeiter sei kein Redakteur beim WDR, sondern freier Mitarbeiter. Er habe den Tweet von seinem privaten Twitter-Account abgesetzt. Man distanziere sich scharf von Form und Inhalt.

    Am Vorabend hatte sich noch der Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Tom Buhrow, zu Wort gemeldet und für das provokative Lied entschuldigt. Nach WDR-Angaben hatte es mehr als 15.000 Kommentare auf Facebook gegeben, bevor das Video aus dem sozialen Netzwerk entfernt wurde.

    lk/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Nawalny: Merkels Besuch in der Charité war eine Geste
    „Migranten können wir erschießen”: Wirbel um TV-Doku über AfD – Sputnik hakt nach
    Nord Stream 2: Russischer Botschafter erklärt, was hinter US-Vorgehen steckt
    Tags:
    Klimaschutz, WDR, Klimawandel, Fridays For Future, Greta Thunberg