11:09 13 August 2020
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    In Hongkong haben Tausende Menschen am Neujahrstag demonstriert. Der anfangs friedliche Protestmarsch wurde allerdings zunehmend gewalttätiger: Aktivisten warfen unter anderem Molotow-Cocktails und legten Feuer auf Straßen. Die Polizei setzte bei den Zusammenstößen Tränengas und Wasserwerfer ein, berichtete die Zeitung „South China Morning Post“.

    Der Protestmarsch zog vom Victoria Park zur Chater Road im Herzen der Stadt. Viele Fahnen oder Banner trugen verschiedene Aufschriften, wie „Kämpft“, „Unabhängigkeit für Hongkong“ oder „Befreit Hongkong“. Zu dem Protestmarsch hatte die Gruppe „Civil Human Rights Front“ aufgerufen.

    Die friedliche Demonstration geriet allerdings schnell ins Chaos: Protestierende überfielen laut der „South China Morning Post“ Filialen der Bank HSBC und legten mehrere Feuer auf der Straße. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein und führte Arreste durch. Außerdem wurden Wasserwerfer gegen Feuer und Demonstranten eingesetzt.

    ​​Später kam es noch zu weiteren Zusammenstößen mit der Polizei. Radikale Aktivisten rissen Pflastersteine aus einer der Straßen und bewarfen Gebäude mit Molotow-Cocktails. Mehrere Gebäude, darunter auch ein Kaffeehaus, wurden mit Graffiti bemalt.

    Zwischenfälle bei Silvesterfeiern in Hongkong

    In der Silvesternacht hatte es zuvor bereits einige Zwischenfälle gegeben. Maskierte radikale Aktivisten versammelten sich im Stadtteil Mongkok und warfen Brandsätze, zerschlugen Ampeln und blockierten Straßen. Die Polizei antwortete mit Wasserwerfern, Tränengas und Pfefferspray.

    Wegen der anhaltenden Proteste war aus Sicherheitsgründen das städtische Großfeuerwerk zum Jahreswechsel um Mitternacht abgesagt worden. Stattdessen gab es eine Lichtshow. Auf einigen Hochhäusern gab es allerdings kleinere Feuerwerke. Aber viele Touristen waren enttäuscht über die deutlich reduzierten Feierlichkeiten, die jedes Jahr viele Reisende in die asiatische Hafenmetropole locken.

    Unruhen in Hongkong

    In Hongkong wird seit Juni gegen die Regierung und den Einfluss Chinas demonstriert. Der Auslöser war ein inzwischen zurückgenommenes Auslieferungsgesetz, laut dem China die Überstellung von verdächtigen Personen aus Honkong hätte fordern können. Trotz der Zugeständnisse der Regierung im Oktober reißen die Proteste nicht ab.

    Seit Beginn der Unruhen gab es in Hongkong bisher insgesamt mehr als 900 Kundgebungen und Protestmärsche mit gewaltsamen Ausschreitungen und fast 6000 Festnahmen. 932 Demonstranten wurden zudem angeklagt.

    dg/gs

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    Tags:
    Molotow-Cocktail, Neujahr, Massenproteste, Proteste, Hongkong