05:40 24 Januar 2020
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    Das Amtsgericht Leipzig hat Haftbefehle gegen vier Männer erlassen, die in der Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Connewitz in Polizeigewahrsam genommen worden waren. Das bestätigte ein Vertreter des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen am Freitagmorgen.

    Die Männer im Alter von 27, 29, 30 und 32 Jahren waren schon am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt worden. Den drei älteren wird von der Staatsanwaltschaft tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchte und vollendete Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Wegen dieser Vorwürfe sei nun auch Haftbefehl erlassen worden, so der LKA-Sprecher Tom Bernhard.

    Gegen den 27-Jährigen wurde ein sogenannter Hauptverhandlungshaftbefehl erlassen, zur Durchführung eines beschleunigten Verfahrens. Ihm wird tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen.

    Zwischenfall in Connewitz an Silvester

    Den Polizeiangaben zufolge waren zum Jahreswechsel etwa tausend Menschen am Connewitzer Kreuz versammelt. Gegen 0.15 Uhr seien Beamte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen worden.

    Dabei seien drei Polizisten von etwa 20 bis 30 Personen attackiert worden, als sie die Angreifer festnehmen wollten. Diese seien teilweise vermummt gewesen. Bei den Angreifern handelt es sich um mutmaßlich linksextremistische Täter.

    Nach Angaben der Ermittler rissen die Unbekannten den Polizisten die Helme vom Kopf und attackierten sie auf dem Boden liegend.

    Unterschiedliche Angaben zu Verletzungen des Beamten

    Einer der Polizisten landete im Krankenhaus. Darüber, auf welche Weise und wie schwer er verletzt wurde, gab es unterschiedliche Berichte. Am Donnerstag hieß es von der Polizei Sachsen, der 38-Jährige sei „so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und im Krankenhaus notoperiert werden musste“.

    Die jüngste Polizeimitteilung wirkt aber etwas abgeschwächt. Von der Notoperation ist keine Rede. Der Beamte sei durch den Angriff „schwer verletzt“ und musste „zur Behandlung in das Universitätsklinikum Leipzig verbracht“ werden. Dort sei er „stationär aufgenommen“ worden und befinde sich auch weiterhin im Krankenhaus.

    Darüber hinaus seien die beiden anderen Beamten „ebenfalls nicht unerheblich verletzt“ worden und mussten ärztlich behandelt werden.

    Berichte über Notoperation

    Die Zeitung „taz“ schrieb am Donnerstagabend unter Verweis auf Krankenhauskreise, man habe sich in der Uniklinik „verwundert über die Polizeimeldung über eine ‚Notoperation‘ geäußert“. Es habe einen Eingriff an der Ohrmuschel des Beamten unter lokaler Betäubung gegeben. Lebensgefahr oder drohender Gehörverlust hätten nicht bestanden.

    Diesen „taz“-Bericht habe die Polizei in Leipzig zurückgewiesen, so der Deutschlandfunk am Freitag. Der Beamte sei schwer verletzt worden und habe dringend operiert werden müssen, teilte der Sender unter Verweis auf einen Sprecher mit.

    Seehofer und Polizeigewerkschaft verurteilen Angriffe auf Polizisten

    Der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) verurteilten den Angriff während der Silvesternacht auf die Polizisten in Leipzig scharf.

    „Diese Tat zeigt: Menschenverachtende Gewalt geht auch von Linksextremisten aus“, sagte Seehofer am Donnerstag. Ein starker Staat sei nur mit starken Polizei- und Einsatzkräften möglich.

    Der DpolG-Vorsitzende Rainer Wendt verglich den Vorfall mit den Anfängen der RAF vor rund 50 Jahren. Die Attacken vom 1. Januar „offenbaren klar die Handschrift linksextremer Kreise und erinnern in Zielsetzung und Ausführung fatal an die Ausbildung linksterroristischer Strukturen in den 70er Jahren“.

    mo/mt/dpa

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