21:11 21 Januar 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    41369
    Abonnieren

    Ein Mann aus Magdeburg, der schon viele Jahre in der Ukraine lebt, hat laut Staatsanwaltschaft durch „einen E-Mail-Trick“ von Firmen weltweit mehrere hunderttausende Dollar ergaunert. Darunter ein Fischerei-Unternehmen in Neuseeland. Am Dienstag hat der Prozess gegen ihn begonnen. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

    Am Dienstag begann am Landgericht in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) ein Prozess gegen den Magdeburger Torsten M. Zuvor war der Deutsche, der schon jahrelang in der Ukraine wohnt, auf einem Flughafen in Italien im Sommer 2019 verhaftet wurden. Das berichtete am Mittwoch die Magdeburger Zeitung „Volksstimme“.

    M. wird „gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche in sechs Fällen“ vorgeworfen. „Insgesamt geht es um rund 600.000 Euro, die mit einem E-Mail-Trick von Firmen auf der ganzen Welt ergaunert wurden. 224.000 Euro konnten vor etwa fünf Jahren durch das schnelle Handeln der Banken sichergestellt und an die Gläubiger zurückgezahlt werden. 374.000 Euro blieben bis heute verschwunden.“

    Beispielsweise habe M. zuvor auf einem Magdeburger Konto eine Summe von 220 000 Dollar der Firma „United Fisheries Ltd“ in Christchurch in Neuseeland eingefroren. „Die Fischhandelsfirma war damals die zehntgrößte auf der Insel. Den Verkauf der Fische übernehmen Makler. Diese schickten der Firma dann Rechnungen per E-Mail. Darin sollen laut Vorwurf die Kontodaten manipuliert worden sein. Das Geld landete somit auf dem Magdeburger Geschäftskonto. Von dort leitete M. das Geld auf sein privates Konto weiter. Einen Teil habe er sich in bar auszahlen lassen. Erst als drei Tage nach der Überweisung sich der echte Fisch-Makler bei der Firma meldete, flog der Schwindel auf.“ 

    Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Dirk Sternberg, erklärte der Angeklagte: „Ich dachte schon daran, dass etwas nicht koscher ist. Aber ich dachte da eher an Steuerhinterziehung oder so etwas.“ Als Motiv gab M. an, er habe das Geld für Investoren benötigt, um „ein Autobahnprojekt in der Ukraine“ zu finanzieren.

    Laut der Zeitung arbeitete M. in der DDR bis 1990 bei einem großen Anlagenbauer in Magdeburg. „Anfang der 1990er gründete er mit einem Russen eine Unternehmensberatung und ging zur Jahrtausendwende in die Ukraine, wo er nach eigenen Angaben seit knapp 20 Jahren wohnt.“ Sollten Gericht und die zuständige Staatsanwaltschaft seine Schuldfähigkeit feststellen, drohe ihm eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Ein Urteil werde im März erwartet.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Tragischer Unfall in Sachsen-Anhalt: Siebenjähriger stürzt in den Tod
    Ex-EU-Parlamentarier aus Österreich wegen schweren Betrugs angeklagt
    Großrazzia in Hamburg: Millionen-Betrug mit Krebsmedikamenten
    Tags:
    Neuseeland, Betrug, Magdeburg