20:47 24 Januar 2020
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    Durch die Umstellung auf Elektromobilität sind in Deutschland laut einem Zeitungsbericht bis 2030 bis zu 410.000 Arbeitsplätze gefährdet. Allein in der Produktion von Motoren und Getrieben könnten 88.000 Stellen wegfallen, schreibt das „Handelsblatt“ am Montag unter Berufung auf einen Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM).

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt dem Bericht zufolge aber vor Schwarzmalerei. Wie VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel gegenüber der Zeitung sagte, basiere das Horrorszenario von 410.000 Jobverlusten auf der Annahme, dass es bis 2030 nur in geringem Umfang E-Autos und Batteriezellen aus heimischer Produktion geben werde. Das sei ein unrealistisches Extremszenario, das so nicht eintreten werde.

    Um Jobverluste zu minimieren, fordert eine NPM-Arbeitsgruppe unter Vorsitz von IG-Metall-Chef Jörg Hofmann eine strategische Personalplanung der Unternehmen und regionale Qualifizierungszentren, in denen Firmen, Arbeitsagentur und Weiterbildungsträger zusammenarbeiten.

    Die Rechnung sei einfach: Ein Verbrennungsmotor bestehe aus mindestens 1200 Teilen, so die Zeitung. Beim Elektromotor seien es nur rund 200. Damit sei klar: Je schneller die Mobilitätswende und die Umstellung auf das Elektroauto vorangetrieben würden, desto weniger Kolben, Getriebe oder Zylinderkopfdichtungen würden benötigt. Und desto mehr Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.

    Wie die Zeitung kontert, habe sich die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm vorgenommen, bis 2030 sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Damit würden sich auch frühere Annahmen über die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ändern, heißt es.

    ls/sb

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    Tags:
    Handelsblatt, Verband der Automobilindustrie (VDA), Deutschland