21:30 24 Januar 2020
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    Gesetzlich Versicherte müssen in den kommenden Jahren mit steigenden Krankenkassenbeiträgen rechnen, berichtet „Die Welt am Sonntag“. Die Kassen begründen dies mit den neuen Gesetzen und der Alterung der Bevölkerung.

    „Allein in diesem Jahr rechnen wir aufgrund des Terminservicegesetzes und des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes mit fünf Milliarden Euro Mehrausgaben“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer.

    Dank der „vorsorgenden Haushaltsplanung der gesetzlichen Krankenkassen“ habe es zum Jahresanfang zwar kaum Beitragsanstiege gegeben. „Im kommenden Jahr wird es allerdings schwieriger aussehen, denn viele der beschlossenen Gesetze führen zu dauerhaft höheren Ausgaben. Und wenn die Rücklagen erst mal aufgebraucht sind, führt kein Weg an höheren Beiträgen vorbei.“

    Kundenkarte einer gesetzlichen Krankenkasse (Symbolbild)
    © AP Photo / JULIAN STRATENSCHULTE (SYMBOLFOTO)
    Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes betrug das Defizit 2019 mehr als eine Milliarde Euro. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lagen die Finanzrücklagen der Kassen Ende September 2019 bei mehr als 20 Milliarden Euro – etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve.

    Gesundheitsökonom Jochen Pimpertz vom IW Köln warnte vor Panikmache. Kurzfristig erwarte der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes keine extremen Ausschläge. Es sei zwar unbestritten, „dass die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung langfristig überdurchschnittlich stark steigen werden“. Aber das habe nicht in erster Linie mit den neuen Gesetzen zu tun, sondern mit dem demografischen Wandel, mit dem medizinisch-technischen Fortschritt sowie mit einer ineffizienten Steuerung des Gesundheitssystems. „Der Finanzierungsdruck wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zunehmen“, so Pimpertz.

    aa/mt

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    Tags:
    Panik, Steigerung, Beitrag, Krankenversicherung, Deutschland