17:18 15 August 2020
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    Nach der Entscheidung von Siemens, an der Lieferung einer Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien festzuhalten, plant „Fridays for Future“ Proteste in mindestens zwölf deutschen Städten. Darunter ist auch eine Veranstaltung am Hauptsitz des Konzerns in München, wie eine Sprecherin der Organisation am Montag sagte.

    Die Liste könnte sich noch um einzelne Veranstaltungen verlängern, sagte eine andere Sprecherin von Fridays for Future Deutschland. Sie rechnete allerdings nicht damit, dass die einzelnen Proteste sehr groß ausfallen würden. Dafür seien sie zu spontan geplant worden.

    Siemens-Chef Joe Kaeser hatte am späten Sonntagabend via Twitter mitgeteilt, dass der Konzern an der Lieferung der Zugsignalanlage festhalten werde. Er begründete dies unter anderem damit, dass Siemens zu seinen vertraglichen Pflichten stehen müsse. Noch am Freitag hatte sich der Manager mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen. Diese kritisierte die Entscheidung am Sonntagabend als „unentschuldbaren Fehler“.

    Neubauers Mitstreiter Nick Heubeck meinte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Kaeser trete mit dem Ja zu dem Projekt die nachhaltigen Bestrebungen seines Unternehmens „für ein Volumen von nur 20 Millionen Euro in die Tonne“.

    In Zeiten der Klimakrise müssten gerade auch Konzerne Wort halten und ihre Versprechen zum Klimaschutz einhalten. „Dazu gehört eben auch, sich nicht am Bau eines Wahnsinns-Projekts zu beteiligen, das im Alleingang das weltweite 1,5-Grad-Ziel gefährdet“, sagte der Klimaaktivist dem Redaktionsnetzwerk.

    Die seit Wochen tobenden Buschbrände in Australien hatten die Debatte um den Bau der geplanten Kohlemine des indischen Energiekonzerns Adani Power verschärft. Die Feuer werden auch auf die globale Erwärmung zurückgeführt, für die der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) mitverantwortlich gemacht wird. Kohlekraftwerke gelten deshalb als besonders umweltschädlich.

    Das Projekt sieht den Bau eines der größten Kohlebergwerke der Welt vor, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Bei der Kritik an dem Projekt geht es neben dem Klimaschutz auch um enormen Wasserverbrauch, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

    msch/mt/dpa/rtr

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    Tags:
    Kohlenförderung, Klimaschutz, Siemens, Proteste, Fridays For Future