04:16 22 Oktober 2020
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    Diese Brücke zwischen Russland und Deutschland zu erhalten und zu pflegen, ruft Hartmut Koschyk, der langjährige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und jetzt der Ratsvorsitzende der „Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“, auf.

    Dabei erinnerte er an die legendäre Russlandreise von Alexander von Humboldt vor 190 Jahren, die in vielen Gemeinden der Russlanddeutschen im vorigen Jahr gefeiert wurde. 18.000 Kilometer in acht Monaten legte der Weltenentdecker von Petersbug bis in den Altai zurück, um auf einer Expedition die Weiten des russischen Riesenreiches zu erkunden. Damals kam von Humboldt auch in deutschsprachige Siedlungsgebiete wie die Kolonie Sarepta im heutigen Wolgograd oder ins sibirische Omsk, heute die heimliche Hauptstadt der Russlanddeutschen.

    Was bleibt nach dem Humboldtjahr in Russland?

    Man findet in vielen deutschsprachigen Gemeinden Personen, die der Meinung sind, dass Humboldt noch aktuell sei. In vielen Kleinstädten auf der Route der Humboldt-Reise entwickelt man Projekte, um ihn zu ehren. Örtliche Behörden sehen, dass es eine neue Möglichkeit ist, diesen kleinen Städten ein neues Antlitz zu verleihen, um sie zu einem Touristenzentrum zu machen. Im Sputnik-Interview meinte Koschyk:

    Hartmut Koschyk, der Ratsvorsitzende der „Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Hartmut Koschyk, der Ratsvorsitzende der „Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“
    „Wir wissen, was seit der Russlandreise von Alexander von Humboldt in Deutschland und Russland geschehen ist. Hitlerdeutschland hat einen aggressiven Krieg vom Zaun gebrochen, unter dem besonders die Russlanddeutschen gelitten haben, obwohl sie überhaupt nicht mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbunden sind.“

    Der Ex-CSU-Politiker erinnert an das Erbe des Wissenschaftlers. „Er hat damals mit der früheren Karoline von Jaenisch, Karolina Pawlowa, als einer bedeutenden Kulturschaffenden deutscher Abstammung kommuniziert. Er hat von ihr ein Gedicht von Adam Mickiewicz an Goethe übergeben. Und es zeigt, dass es damals schon eine wichtige wissenschaftliche und kulturelle Rolle der Deutschen im damaligen Russischen Zarenreich gegeben hat. Und heute haben die Russlanddeutschen diese Rolle wieder.“

    Dajana Hofman, die erste russlanddeutsche Dirigentin in Moskau
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Dajana Hofman, die erste russlanddeutsche Dirigentin in Moskau

    Das Schönste, was Koschyk im Humboldtjahr in Russland erlebt habe, sei das Theaterstück „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ der russlanddeutschen Autorin und Regisseurin Monika Kossmann, die in Deutschland lebt. Nach den Vorführungen in Omsk wurde es in Moskau, Berlin und Bayreuth gezeigt. „Wir müssen noch mehr für die deutsch-russischen Beziehungen tun“, meint Koschyk, „mehr investieren, wieder mehr miteinander reden. Und darum bemühen sich vor allem die Russlanddeutschen hier in Russland. Als Verantwortliche in der Politik sollten auch wir wieder mehr miteinander sprechen, um für eine Verbesserung der russisch-deutschen Beziehungen zu sorgen.“

    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Broschüren zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt

    Der Bericht zum Nachhören:

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    Tags:
    Russlanddeutsche, Deutschland, Russland, Alexander von Humboldt