18:02 18 Januar 2020
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    Gegen den 23-jährigen Polizeibeamten, der in Gelsenkirchen auf einen mit einem Messer bewaffneten 37 Jahre alten Mann geschossen hat, wird wegen Verdachts des Totschlags ermittelt. Der Vorfall wirft allerdings immer noch Fragen auf. Es ist beispielsweise noch nicht klar, ob der Angreifer tatsächlich „Allahu Akbar“ gerufen hat.

    Wie aus einem vertraulichen Bericht an den Innenausschuss des Landtags von NRW hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ist man über die Situation in Gelsenkirchen nicht ganz im Klaren. Die Frage, ob die Schüsse am 5. Januar durch „Notwehr gedeckt waren“, sei noch ungeklärt. Außerdem sei es nicht zu 100 Prozent gewiss, dass der Angreifer tatsächlich „Allahu Akbar“, wie Medien berichtet hatten, gerufen hat.

    Der Vorfall im Überblick

    Laut dem aktuellen Stand der Ermittlung hatte der 37-jährige Mann vor der Polizeiwache gestanden und mit einem Stock auf einen Streifenwagen geschlagen. Er wurde daraufhin von dem 23-jährigen Polizeianwärter und einem 41 Jahre alten Kollegen angesprochen. Der Mann rannte darauf nach Angaben von „unbeteiligten Zeuginnen“, wie es im Bericht heißt, auf den Polizeibeamten mit einem Messer und einem Ast zu.

    Der Polizeibeamte soll deshalb vier Schüsse auf den Angreifer abgegeben haben. Der Angreifer starb vor Ort im Krankenwagen. Nach der Auswertung der Fotos vom Tatort „dürfte der Abstand wenige Meter betragen haben“, heißt es im Bericht.

    Neue Schlussfolgerungen zum Fall

    Die Ermittler werteten diesen Angriff zunächst als Anschlag. Doch inzwischen sind sie eher von einer psychischen Erkrankung des Getöteten überzeugt. Nach dem öffentlichen Bericht an den Innenausschuss wurde der türkische Staatsbürger, der in Gelsenkirchen gelebt hatte, mit einer „islamistischen Grundhaltung“ charakterisiert. Der Grund dafür seien zwei Prüffälle in der Vergangenheit gewesen.

    Hinweise auf eine „Radikalisierung, Einbindung in die islamistische Szene in Deutschland oder sonstige Verbindungen zu islamistischen Gruppierungen“ hätte es bislang jedoch noch nicht gegeben. Der vertrauliche Bericht bezeichnete den Mann als „Einzeltäter“.

    dg/gs

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    Tags:
    Polizist, Ermittlung, Vorfall, Angriff, Messer, Gelsenkirchen