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    Mehr als jeder Fünfte in Deutschland ist der Meinung, dass der Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur eine zu große Rolle spielt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur.

    Demnach stimmten 22 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass das Holocaust-Gedenken im Vergleich zu anderen Themen zu viel Raum einnehme.

    24 Prozent sind der Meinung, das Gedenken sollte noch ausgebaut werden und 45 Prozent gaben an, dass es so, wie es gehandhabt wird, genau richtig sei.

    Weitere zehn Prozent wollten die Frage nicht beantworten.

    Bei den AfD-Wählern ist der Anteil derjenigen, die ein Zuviel an Gedenken und Erinnerung sehen, besonders groß - mehr als jeder Zweite (56 Prozent) ist dieser Auffassung.

    Zugleich stimmen die meisten Anhänger der anderen im Bundestag vertretenen Parteien der Aussage zu, dass Gedenken beziehungsweise das Erinnern an den Holocaust in Deutschland genau richtig sei.

    An der Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vom 22. und 23. Januar nahmen  2052 Personen ab 18 Jahren teil.

    Am kommenden Montag jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen durch die Rote Armee.

    Denkmal-Einweihung in Jerusalem

    Am Donnerstag wohnten prominente Gäste aus aller Welt, darunter auch Russlands Präsident Wladimir Putin, dem Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem bei, das dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gewidmet wurde, sowie der Einweihung eines Denkmals zur Erinnerung an die Belagerung Leningrads in Yad Vashem. In einem Artikel unter dem Titel „Leider eine vertane Chance“ kommentierte ARD-Korrespondentin Sabine Müller dieses Ereignis auf der Seite der „Tagesschau“ und sorgte damit für viel Empörung in sozialen Netzwerken.

    Demnach kritisierte Müller heftig das Verhalten Israels sowie Russlands in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Es sei „unwürdig, wie Israel und Russland diesen Gedenktag teilweise kaperten“. 

    Die beiden Länder hätten „ihre eigene politische und erinnerungspolitische Privatparty“ gefeiert und die ganze Veranstaltung „einen schalen Nachgeschmack“ hinterlassen.

    Müller zweifelte daran, dass mit dem Erinnern an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sowie dem nochmal erzählten Schicksalen der Toten und der Überlebenden „der grassierende weltweite Antisemitismus zurückgedrängt werden kann“.

    Viele Nutzer auf Twitter zeigten sich von ihren Aussagen empört. Einige machten darauf aufmerksam, dass die Juden der Toten gedenken, die es ohne die Deutschen nicht gäbe.

    ns/ae/dpa

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    Tags:
    Tagesschau, Gedenken, Umfrage, YouGov-Institut, Deutschland, Wladimir Putin, Holocaust, Israel