01:31 28 Februar 2020
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    Jungs als Kinder-Soldaten, Zwangsehen für Mädchen, Folter und Verstümmelungen: Laut einem neuen Bericht der Hilfsorganisation „Save the Children“ leben derzeit über 400 Millionen junge Menschen in Konflikt- und Kriegsgebieten. Über 12.000 Kinder werden jährlich durch Krieg ermordet. Die „gefährlichsten Länder der Welt“ liegen demnach in Afrika.

    Kriegerische Auseinandersetzungen und Konflikte werden nach einer aktuellen Einschätzung der Hilfsorganisation „Save the Children“ für Kinder und Jugendliche „immer gefährlicher“. Das berichtete der „Deutschlandfunk“ (DLF) am Donnerstag.

    Inzwischen würden weltweit etwa 415 Millionen Mädchen und Jungen – also jedes sechste Kind – in einem Konfliktgebiet leben. Demnach wurden 2018 weltweit 12.125 Kinder durch Kriege getötet.

    Die NGO „Save the children” mit Sitzen in Berlin, London und Zürich besteht seit 1919 und veröffentlicht regelmäßig Zahlen und Studien zu den Schicksalen junger Menschen auf dem Globus. Sie setzt sich nach eigener Aussage für die Rechte und den Schutz von Kindern weltweit ein. Arbeitsschwerpunkte sind dabei die Bereiche Gesundheit und Überleben, Schule und Bildung sowie Schutz vor Gewalt und Ausbeutung. Darüber hinaus leistet die Organisation humanitäre Hilfe in Not- und Katastrophenfällen, beispielsweise im Syrien-Krieg oder nach Naturkatastrophen wie dem schweren Erdbeben in Nepal 2015.

    Aus dem aktuellen Bericht der Organisation geht hervor, dass Afrika einen „Konflikt-Schwerpunkt“ auf unserem Planeten bildet. Allein auf diesem Kontinent „wachsen allein 170 Millionen Mädchen und Jungen in einer Krisenregion auf“, so der „DLF“. „Zu den zehn gefährlichsten Ländern zählten etwa Somalia, der Jemen und die Demokratische Republik Kongo. Aber auch Länder aus anderen Regionen – wie Syrien oder Afghanistan – werden in dem Report von ‚Save the Children‘ genannt.“

    Die NGO veröffentlicht damit schockierende Zahlen:

    „In den Konfliktgebieten sind der Erhebung zufolge 12.125 Kinder getötet oder verletzt worden, und damit etwa 13 Prozent mehr als noch 2017. Militante Gruppe hätten rund 2500 Kinder entführt, 80 Prozent davon seien Jungen gewesen. Zwischen 2005 und 2018 seien insgesamt rund 65.000 Kinder gezwungen worden, sich an bewaffneten Konflikten zu beteiligen.“ Vor allem in vielen westafrikanischen Staaten werden seit Jahrzehnten „Kinder-Soldaten“ von skrupellosen Kriegsparteien als strategische Waffe eingesetzt.

    Tötungen und Verstümmelungen betrafen demnach zu 44 Prozent Jungen und zu 17 Prozent Mädchen. Mädchen werden in den meisten Fällen vergewaltigt oder zu einer Kinderheirat gezwungen. Das Risiko für weibliche Kinder und Jugendliche, die in Krisen- und Kriegsgebieten leben, Opfer von solchen Gräueltaten zu werden, liege bei über 87 Prozent, so „Save the Children“.

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    Tags:
    Syrien, Krieg, Kinder, Afrika