01:32 28 Februar 2020
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    Das syrische Parlament hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf zur Anerkennung und Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich verabschiedet. Dies gab der Pressedienst des Gremiums bekannt.

    In der Vorlage werden die Handlungen der osmanischen Regierung nicht nur gegen die Armenier, sondern auch gegen die Assyrer betrachtet.

    „Das Parlament verabschiedete einen Gesetzentwurf zur Anerkennung und Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich am Anfang des 20. Jahrhunderts (…) und beschloss, dass die Armenier, die Assyrer und andere Völker, die die syrische Nation bilden, Opfer der ethnischen Säuberung, der gezielten Schlachterei und des Genozids geworden waren“, hieß es.

    Die Institution rief andere Parlamente auf, ähnliche Gesetze anzunehmen, und verurteilte „Versuche, dieses Verbrechen zu leugnen und die historische Wahrheit darüber zu verdrehen“.

    Laut Abgeordneten wird das neue Gesetz einer möglichen Wiederholung solcher Verbrechen in der Zukunft vorbeugen.

    Damaskus warf Ankara mehrmals die Besetzung syrischer Territorien vor. Aus der Sicht syrischer Parlamentarier zeigten die Geschehnisse in Syrien das „wahre Gesicht des aggressiven türkischen Regimes“. Dem Parlamentsvorsitzenden Hammouda Sabbagh zufolge basiere die türkische Aggression auf der „rassistischen osmanischen Ideologie“.

    Völkermord an den Armeniern – bis zu 1,5 Millionen Todesopfer

    Im Ersten Weltkrieg wurden Armenier durch das Osmanische Reich systematisch verfolgt, getötet und auf Todesmärsche geschickt. Historiker sprechen von bis zu 1,5 Millionen Todesopfern bei den Massakern, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden.

    Inzwischen haben rund zwei Dutzend Staaten den Genozid offiziell anerkannt. Auch Papst Franziskus sprach vom „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“. Der Deutsche Bundestag verabschiedete 2016 eine Resolution, die den Völkermord verurteilte. Als erstes EU-Land hatte Frankreich den Genozid 2001 anerkannt.

    Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert das Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

    mo/mt/sna

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    Tags:
    Syrien, Armenier, Türkei