05:25 21 Oktober 2020
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    Die Expertenmeinung, dass die legendäre Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die am 21. Februar erneut nach Deutschland kommt, um kurz vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg an der Fridays-for-Future-Demonstration teilzunehmen, ein geopolitisches Projekt ist, das bestimmten Zwecken dient, teilt der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann nicht ganz.

    Ist sie nur ein Markenzeichen oder steckt hinter der Öko-Ikone etwas mehr? Im Sputnik-Gespräch am Rande einer Konferenz in Moskau äußerte der Politiker die Vermutung, dass es ihr persönlich tatsächlich um das Klima gehe, dass sie Sorge um unsere Erde und den Klimawandel habe. „Sie hat eine Bewegung angeführt, die weltweit aktiv geworden ist. Natürlich gibt es Menschen hinter ihr, die sicherlich Interessen haben, sie sozusagen mitzusteuern, vielleicht auch sogar mitzuverdienen. Aber nichtsdestotrotz konnte sie durch ihre Persönlichkeit und ihr Auftreten ganz viele Menschen, viele junge Menschen für sich und das Thema gewinnen. Von daher sehe ich es nicht so negativ, wie ihre Kritiker.“

    Hilft Greta mit ihren Warnungen der Politik?

    Kaufmann sagte, dass es auf jeden Fall geholfen habe, ein breites Bewusstsein in der Bevölkerung und gerade bei jungen Menschen für dieses Thema zu schaffen. „Es sind ihr viele gefolgt. Es gibt diese „Scientists for Future“ und ganz viele andere Bewegungen, die aufgesprungen sind. Und so kann sie schon für sich in Anspruch nehmen, eine breite Bewegung ausgelöst zu haben, die weltweit Beachtung findet. Sicherlich fordert sie die Politik ein Stück weit heraus. Von daher ist sie nicht mehr allein. Es sind auch mehr geworden, und sie steht vor dem Beginn einer breiten öffentlichen Bewegung.“

    Wladimir Bruter, Experte am Internationalen Institut für geisteswissenschaftlich-politische Studien stellt aber fest, dass es schwer falle, in der heutigen Welt, von Kommunikation und Informationstechnologien durch und durch geprägt, die Wirklichkeit von Mythos zu unterscheiden. „Wie ‚Euronews‛ vor etwa zehn Jahren zu sagen pflegte: Das Geschehen wird nicht durch wirkliche Ereignisse bestimmt, sondern durch das Bild, das wir und die CNN zeigen. Dies trifft auch auf Greta Thunberg zu.“

    „Der Umweltschutz und Greta Thunberg haben an sich nichts gemeinsam“, so Bruter weiter. „Dies bedeutet aber nicht, dass der Mythos, der um sie geschaffen wurde, sich nicht für den Einfluss auf die realen Umstände gebrauchen lässt, was auch tatsächlich gemacht wird. Dabei sehen wir, dass die Reaktion von Trump und die der europäischen Staatschefs völlig verschieden ausfallen. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, verheißt eine umweltorientierte Welt, während Trump Greta einfach ignoriert.“

    Deshalb könne von keiner neuen, von Thunberg geschaffenen, politischen Realität die Rede sein, behauptet der Experte. „Aber der Wunsch, dieses mediale Phänomen zu eigenen politischen oder parapolitischen Zwecken auszuschlachten, ist vorhanden.“

    Die BBC will einen Dokumentarfilm über das Leben der Umweltaktivistin drehen, mit dem sie zeigen will, was es bedeutet, eine „globale Ikone“ zu sein. Übrigens hat die junge Schwedin neulich ihren Namen als Handelsmarke registrieren lassen. Und viele sind darüber verärgert. Ihr Aufstieg begann im Sommer 2018 mit einem Schulstreik für den Klimaschutz. Im vergangenen Jahr wurde Greta Thunberg als jüngste Persönlichkeit überhaupt vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt. Donald Trump nannte diese Wahl jedoch lächerlich und riet Greta, „an ihrem Problem mit Aggressionsbewältigung zu arbeiten und dann mit einem Freund einen guten alten Film anzuschauen.“

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    Tags:
    Hamburg, Greta Thunberg