07:14 25 November 2020
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    Mindestens 1,8 Prozent der Menschen in Deutschland nehmen regelmäßig leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Pillen am Arbeitsplatz ein. Dies hat eine Auswertung von Umfragedaten der Krankenkasse DAK-Gesundheit von 2018/2019 gezeigt.

    Auslöser für den Griff zur Pille sei meist der Wunsch, die Produktivität bei der Arbeit zu steigern und Ziele besser zu erreichen. Verwendet werden dabei verschreibungspflichtige Stoffe, mit denen man normalerweise Depressionen oder Verhaltensstörungen wie ADHS behandelt.

    Je älter die befragten Arbeitnehmer seien, desto verbreiteter sei die Nutzung von Präparaten. Den höchsten Anteil habe es bei 60- bis 65-Jährigen mit 4,4 Prozent gegeben. Sie schluckten solche Medikamente in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal. Bei den 18- bis 29-Jährigen hätten dies in der Umfrage 2,5 Prozent angegeben.

    Derartiger Medikamentenmissbrauch sei „kein Massenphänomen“, sagte DAK-Chef Andreas Storm. Arbeitsanforderungen dürften Beschäftigte aber nicht dazu verleiten, mit Hilfe von Medikamenten bessere Ergebnisse erzielen zu wollen.

    Mangel an Studien zu Nebenwirkungen

    Obwohl man vor Risiken dieser Mittel gewarnt werde, werden dazu laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages auch Studien gebraucht, die Langzeitfolgen und Nebenwirkungen an Gesunden genauer analysieren würden. Daneben gebe es andere „Aufputschmittel“ wie Kaffee, schwarzer Tee, Koffeintabletten oder Energy Drinks – und gesunde Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit zu fördern: mit Sport, Meditation oder Yoga.

    Für die Studie seien Daten einer Umfrage ausgewertet worden, bei der von Dezember 2018 bis Januar 2019 mehr als 5500 abhängig Beschäftigte von 18 bis 65 Jahren befragt worden seien. Ein ähnliches Ergebnis habe man auch 2014 registriert.

    aa/sb/dpa

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    Risiken, Deutschland, Missbrauch, Job, Arbeitnehmer, Medikamente