14:55 09 Juli 2020
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    Das Amtsgericht Schwalmstadt hat am Donnerstag im Prozess um den Tod von drei in einem Dorfteich in Nordhessen ertrunkenen Geschwistern das Urteil gefällt.

    Zum tragischen Zwischenfall kam es im Juni 2016. Zwei Jungen (fünf und neun Jahre alt) und ein achtjähriges Mädchen ertranken. Nur eines der Kinder konnte schwimmen. Die Familie verlor drei ihrer seinerzeit sechs Kinder.

    Die Anklage geht davon aus, dass mindestens ein Kind beim Spielen ins Wasser fiel und die anderen beim Versuch, Hilfe zu leisten, ebenfalls verunglückten. Wegen der gepflasterten und rutschigen Uferböschung konnten sie sich nicht retten, wie das Gericht befand.

    Urteil wegen fahrlässiger Tötung

    Der Bürgermeister von Neukirchen, Klemens Olbrich, wurde wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verurteilt. Laut Gericht soll er die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt haben, der erhebliches Gefahrenpotenzial aufweise.

    Das Gericht verhängte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro, allerdings unter Vorbehalt. Die Geldstrafe ist für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zahlen muss Olbrich zudem 4000 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung.

    Die Staatsanwaltschaft hatte in den Plädoyers eine Geldstrafe von 9000 Euro gefordert. Die beiden Nebenkläger – Vater und Mutter der ertrunkenen Kinder – schlossen sich der Forderung an. Der Strafrahmen reicht bei fahrlässiger Tötung von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

    Revision und Berufung des Urteils zugelassen

    Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Rechtsmittel der Revision und Berufung sind zugelassen. Der Verteidiger des Rathaus-Chefs kündigte an, in Berufung gehen zu wollen. Olbrich, der einen klaren Freispruch erreichen wollte, wollte das Urteil nicht kommentieren. Er sei zu sehr mitgenommen vom Ausgang des Prozesses.

    mo/mt/dpa

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