17:34 08 April 2020
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    Die Mutter von Greta Thunberg, die Opernsängerin Malena Ernman, spricht in ihrem neuen Buch über die belastete Kindheit ihrer Tochter und die Schwierigkeiten, mit denen die künftige schwedische Umweltaktivistin vor dem Beginn der Klimabewegung konfrontiert war.

    Die Zeitung „The Guardian“ bringt Auszüge aus dem Buch mit dem Titel „Unser Haus in Flammen: Szenen einer Familie und der Planetenkrise“ von Malena Ernman.

    Die Autorin beschreibt Probleme, auf die Greta als Kind gestoßen war: „Sie schwand allmählich, indem sie sich in eine Art Finsternis zurückzog. Sie hörte auf, Klavier zu spielen. Sie lachte nicht mehr, sprach nicht mehr und aß nicht mehr.“

    Mit elf sei Greta „fast stumm“ gewesen, sie war nur bereit, ein kleines Häuflein Reis sowie Avocado und Nocken am Tag zu sich zu nehmen. Als das Mädchen zehn Kilo in zwei Monaten abnahm, hätte sie sich beinahe in eine stationäre Behandlung begeben. Als sie wieder anfing, die Schule zu besuchen, stieß sie auf Mobbing. „Die Schule zeigte kein Mitgefühl. Man hatte dort eine andere Auffassung von der Situation. Dies sei die Schuld von Greta selbst, hieß es in der Schule“, schreibt Ernman.

    Mit zwölf wurde bei Greta hochfunktionaler Autismus diagnostiziert, den Ernman als Asperger-Syndrom und obsessiv-kompulsive Störung (Zwangsstörung – Anm. d. Red.) beschreibt.

    Der in einer Unterrichtsstunde gezeigte Film über die Plastikverschmutzung des Pazifiks weckte Gretas Interesse für Umweltprobleme. Bei anderen Kindern fand der Film keinen Anklang.

    „Sie sah das, was alle anderen nicht wahrnehmen wollten. Sie scheint unsere Kohlendioxid-Emissionen mit unbewaffnetem Auge zu sehen“, schreibt Ernman.

    Fridays For Future-Bewegung

    Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg entschied 2018, freitags nicht zur Schule zu gehen, sondern vor dem schwedischen Parlament für Klimaschutz zu demonstrieren. Ihre Forderung lautete, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu verstärken. Ihre Initiative entwickelte sich zur internationalen Bewegung „Fridays For Future“. Im Dezember 2019 wurde die Umweltaktivistin als jüngste Persönlichkeit überhaupt vom „Time“-Magazin zur „Person des Jahres“ gekürt.

    Greta Thunbergs Diagnose

    Das Asperger-Syndrom wird zu den Störungen der neurologischen Entwicklung gerechnet. Seine Merkmale sind Besonderheiten und Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie Unterschiede bei der Wahrnehmung und Reizverarbeitung sowie häufig außergewöhnliche Interessen und Begabungen. Im Regelfall liegt dabei keine Intelligenzminderung vor.

    ls/sb

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    Tags:
    The Guardian, Greta Thunberg, Schweden