06:56 01 Dezember 2020
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    Die Aachener Polizei hat Ermittlungen gegen zwei Beamte ihrer Behörde eingeleitet, die in einem vor einer Synagoge in Aachen postierten Einsatzwagen saßen. Dies teilte die Behörde in einem Pressestatement mit.

    Anlass zur Ermittlungsaufnahme am Donnerstag gab demzufolge ein Vorfall vom gleichen Tag. Damals seien Ausrufe „Sieg Heil“ über den Polizeifunk zu hören gewesen.

    Die Funkübertragung konnte laut der Mitteilung zurückverfolgt und deren Ursprung zweifelsfrei einem Funkgerät in einem Streifenwagen zugeordnet werden, der als Standposten zum Schutz der Synagoge eingesetzt war.

    Nazi-Ausrufe aus einer Fernsehserie

    Später habe es sich ergeben, dass die Audioinhalte aus der US-Fernsehserie „Hunters“ stammen, so die Behörde. Nach jetzigem Erkenntnisstand sei ein technischer Fehler der Grund für die Übertragung gewesen.

    Die beiden Polizisten seien vorübergehend vom Dienst suspendiert worden. Bei der Untersuchung des Handys eines Beamten seien zudem Bilddateien gefunden worden, deren strafrechtliche Relevanz derzeit von der Aachener Staatsanwaltschaft überprüft werde.

    Die weiteren Ermittlungen werden aus Gründen der Neutralität im Polizeipräsidium Mönchengladbach geführt. Ein Disziplinarverfahren sei eingeleitet worden.

    Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach betonte laut dem Statement, dass die Behörde von ihren Beamten ein „klares Bekenntnis und aktives Eintreten für die Grundwerte unserer Verfassung“ erwarte.

    „Damit unvereinbar ist selbstverständlich die Verwirklichung von Straftatbeständen, aber auch jeder unangemessene Umgang mit gewaltverherrlichenden, fremdenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und rechtsextremistischen Inhalten.“

    Die Fernsehserie „Hunters“ hatte ihre Premiere am 21. Februar 2020 und ist über den Streamingdienst Prime Video des US-Unternehmens Amazon abrufbar. Die Serie erzählt die Geschichte um eine Gruppe Kämpfer, die im New York der Siebzigerjahre gegen untergetauchte Nazis vorgehen.

    Kontroversen um „Hunters“

    Wegen der Szene, wo ein sadistischer Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz Häftlinge zwingt, als lebendige Figuren eines Schachspiels zu agieren, kritisierte das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau auf Twitter die Serie.

    Laut dem Museum berichteten viele Überlebende über schreckliche Leiden im KZ. Die Darstellung ausgedachter Nazi-Gräueltaten sei respektlos gegenüber den Opfern und der Geschichte sowie gefährlich, weil dadurch „zukünftige Leugner“ begrüßt würden.

    „Wir ehren die Opfer, indem wir die sachliche Richtigkeit bewahren.“

    Der Serienerfinder David Weil, dessen Großmutter Auschwitz überlebte, erwiderte laut Medienberichten, er habe nicht gewollt, „diese spezifischen, realen Traumatafälle“ darzustellen.

    mo/mt

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    Tags:
    Aachen, Polizei, Deutschland