23:04 02 April 2020
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    Hunderte einfache Einwohner überwachen freiwillig rund um die Uhr die griechische Grenze im Delta des Flusses Evros.

    Der Anwalt und Präsident des Verbandes zum Schutz dieses Gebietes, Paris Papadakis, spricht im Sputnik-Interview über die Geschlossenheit der Griechen, die bereit sind, in enger Kooperation mit der Polizei die Interessen ihre Landes zu verteidigen.

    An der nördlichen Grenze der griechischen Präfektur Evros in der Verwaltungsregion Ostmazedonien und Thrakien bildet das Delta des Flusses Evros eine natürliche Grenze zwischen Griechenland und der Türkei. Die Einwohner der Ortschaften im Evros-Delta sind stets auf der Hut, wobei sie jegliche illegalen Versuche, die Grenze zu überqueren, stoppen.

    Tausende Flüchtlinge und Migranten haben sich an der Grenze auf der türkischen Seite versammelt, nachdem Ankara beschlossen hatte, die syrischen Flüchtlinge, die per Schiff oder über das Festland nach Europa streben, nicht zu stoppen.

    Hunderte Einheimische erklärten sich freiwillig bereit, die Grenze auf der griechischen Seite zu überwachen, indem sie das Gebiet rund um die Uhr patrouillieren. Die Überwachung erfolgt mit privaten Verkehrsmitteln, darunter mit Booten.

    Paris Papadakis spricht von einer beispiellosen Geschlossenheit der Griechen, die im Evros-Delta leben. Die Freiwilligen patrouillieren das Gebiet mit eigenen Jagdwaffen.

    „In diesen Tagen helfen freiwillig mehr als 500 Menschen (beim Grenzschutz – Anm.d.Red.). Das sind Einwohner der Städte Feres, Traianopolis und Alexandroupoli. Das sind Mitglieder unseres Verbandes, einfache Einwohner, Landwirte, Fischer und Tierzüchter. Insgesamt wurden mehr als 10.000 illegale Grenzüberquerungen verhindert, wir werden weitermachen. Wir patrouillieren rund um die Uhr den Fluss und das angrenzende Gebiet, kontrollieren bestimmte Übergangsstellen, wo nach unseren Angaben Versuche unternommen werden können, nach Griechenland zu gelangen. Nach Absprache mit Militärs und Grenzsoldaten erarbeiten wir einen Dienstplan, jede Dienstschicht dauert von fünf Stunden bis zu der Zeit, die jeder von uns ertragen kann. Menschen patrouillieren mit Autos und Booten. Alle sind wie Militärs der Nationalgarde bewaffnet. Wir haben Jagdgewehre aus Sicherheitsgründen mit – nichts mehr“.

    Laut Papadakis werden die Patrouillen der Einheimischen so lange wie nötig dauern, weil die Migrantenströme aus der Türkei allmählich zum Evros-Delta kommen.

    „Ich habe zum ersten Mal gesehen, dass die Einwohner dieses Gebiets so geschlossen sein können, ohne unnötige Kontroversen, sich widerspruchslos den Machtorganen unterordnen. Diese Einheit ist sehr berührend. Wir alle legten unsere Angelegenheiten zur Seite und befassen uns mit dem Grenzschutz. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Spannung zurückgegangen, doch unsere Patrouillen dauern an, weil nach vorhandenen Informationen eine neue Migrantenwelle zu erwarten ist. Wir werden so lange wie notwendig weitermachen“.

    Das sei nicht der erste Fall, bei dem die Einheimischen die griechischen Gebiete schützen, so Papadakis.

    „Die Menschen, welche die Hütten im Evros-Delta nutzen, haben sich immer verantwortungsvoll zu den Fragen verhalten, die mit illegalen Migranten verbunden sind. Wir unterstützten immer Militärs und Polizisten, weil es in unserem Gebiet viele passende Übergangsstellen gibt“.

    Wie funktioniert die Bürgerpatrouille?

    „Wir unterstützen Sicherheitsstrukturen in der Praxis. Wir verfolgen illegale Migranten, stellen der Polizei die für die Festnahme notwendigen Informationen über die Schlepper bereit. Jeden Tag arbeiten wir als ‚Augen‘ der Militärs und Polizisten. Wir sind ständig wachsam, weil der Ort so ist. Seit mehr als 50 Jahren nutzen Landwirte, Tierzüchter, Jäger und Fischer Hütten im Evros-Delta, und in der ganzen Zeit überwachen wir Grenzübertritte von illegalen  Migranten.

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    Tags:
    Flüchtlingskrise, Türkei, Griechenland