21:26 03 Dezember 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (201)
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    Alexander Kekule, einer der renommiertesten Virologen Deutschlands, kritisiert die Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus als nicht ausreichend. Experten würden mit bis zu 500.000 Toten in den nächsten zwei Jahren rechnen. Deshalb sei es falsch, das Risiko zu verharmlosen, so Kekule gegenüber dem ZDF.

    Alexander Kekule, Virologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, kritisiert gegenüber dem ZDF, dass die Behörden die Gefahr des Coronavirus verharmlosen würden. Kekule sagt:

    „Wir haben Schätzungen, zum Beispiel in Deutschland, von namhaften Kollegen von mir, die gesagt haben, dass wir in den nächsten zwei Jahren bis zu 250.000 oder 500.000 Tote haben werden wegen der Coronavirus- Epidemie. Zugleich ist, sagt die Behörde, die unmittelbar von diesen Kollegen beraten wird, das Risiko gering für die Bevölkerung.“

    Kekule, der auch Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle ist, zählt zu den renommiertesten Virologen Deutschlands. Er fordert Einreisekontrollen und dass „alle schwer grippekranken Patienten auch auf Corona getestet“ werden. Der Wissenschaftler, der von 2003 bis 2015 die Bundesregierung als Mitglied der Schutzkommission zum Seuchenschutz beriet, kritisiert, dass man nicht aus den Fehlern im Umgang mit der corona-ähnlichen Sars-Krankheit 2003 gelernt hätte.

    Pandemiepläne sind „eigentlich nur noch die Schadensbegrenzung“

    Auf die Frage, ob es sich schon um eine Pandemie handele, sagt Kekule: „Pandemiepläne sind ja für den Fall einer Grippepandemie ursprünglich mal gemacht worden. Die setzen eigentlich an der Stelle an, muss man ganz klar sagen, wo wir nicht mehr in der Lage sind, einzelne Infektionen nachzuvollziehen. Das, was wir jetzt noch versuchen, dass wir die Infektionsketten versuchen zu identifizieren, das ist in der Pandemie quasi definitionsgemäß nicht mehr möglich. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Weltgesundheitsorganisation bisher offiziell die Pandemie nicht erklärt hat. Weil bevor das pandemische Stadium eintritt, ist der Versuch der, einzelne Krankheitsausbrüche mit allen Mitteln zu bekämpfen. Wenn man das verpasst hat und über diese Phase hinaus ist, dann ist die zweite Stufe eigentlich nur noch die Schadensbegrenzung.“

    „Völlig rigorose und grenzenlose Globalisierung“

    Auch im Wirtschaftsbereich werde nun offensichtlich, wie „extrem fragil“ dieser ist.

    „Dass wir jetzt merken, dass die Masken, die wir jetzt brauchen, vorher nach China verkauft wurden, oder zum Teil Medikamente in China produziert werden, die jetzt nicht mehr herkommen und es dadurch schwierig machen, unsere Pandemiepläne auszuführen, die wir mal so schön aufgeschrieben haben. Das sind alles Dinge, die werden uns jetzt klar.“
    Kekule kritisiert in diesem Zusammenhang die „völlig rigorose und grenzenlose Globalisierung“.
    Der Virologe warnt auch vor der Verschärfung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, die sich bei einer Überforderung der Gesundheitssysteme zeigen könnte:

    „Die Armen, die vorne sind und die nicht weglaufen können, die auch medizinisch schlechter versorgt sind, die sind in den USA und überall woanders auf der Welt. Von den Entwicklungsländern möchte ich gar nicht sprechen (…).“, so Kekule gegenüber dem ZDF.

    as

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