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    Suleman Malik wurde von „Maischberger vor Ort“, geplant für den 11. März in Erfurt, ausgeladen. Der Sprecher der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde ist enttäuscht. Besonders weil einer der Gäste der AfD-Co-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla sein wird.

    Als Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde in Thüringen ist Suleman Malik verantwortlich für den ersten Moscheebau in dem Freistaat. Das setzt ihn vielen Anfeindungen aus, hat aber auch zu einer Einladung in die Talkshow Maischberger geführt. Malik berichtet im Interview:

    „Ich wurde am 24. Februar von einem Redakteur der Sendung Maischberger angerufen. Sie würden mich gerne in ihre Talkshow einladen, um mit mir über Rassismus, antimuslimische Hetze und die Situation in Thüringen zu sprechen. Man wolle auch die Stimme eines muslimischen Migranten hören. Darüber habe ich mich sehr gefreut, ich dachte, endlich gibt es die Möglichkeit unsere Perspektive deutlich zu machen, das kommt leider nicht allzu häufig vor.“

    Ausladung wegen zu viel Medienpräsenz?

    Malik hätte gerne deutlich gemacht, dass ein Grund für den wachsenden Rechtsruck in unserer Gesellschaft auch die AfD sei. Er sieht dadurch nicht nur unsere friedliche Gesellschaft und die demokratische Grundordnung gefährdet, sondern auch die Religionsfreiheit und die hiesige Wirtschaft. Doch dann wurde er aus der Sendung wieder ausgeladen:

    „Ich erhielt dann am fünften März einen Anruf, dass ich ausgeladen werde. Der Grund, der mir gesagt wurde, war, ich stehe zu sehr in der Öffentlichkeit und das wäre unfair den anderen Gästen gegenüber. Man wolle lieber Bürger aus der Mitte der Gesellschaft zu Wort kommen lassen – ich sei ja ohnehin schon so präsent in den Medien.“

    Platz für rechte Hetze?

    Stattdessen sollen Vertreter der Parteien CDU, die Linke und AfD zur Sprache kommen. Der erste Gedanke von Malik war daraufhin: „Wieso ladet ihr einen Vertreter der AfD, einen rechten Hetzer ein und Leute, die von rechter Hetze betroffen sind, aus.“

    Ein weiterer Grund für die Absage sei mangelnder Platz gewesen. Malik dazu:

    „Für Herrn Chrupalla war anscheinend genug Platz da. Diese Leute sind doch für die Entwicklung, wie in Halle oder Hanau, verantwortlich. Die AfD in Thüringen hat mit Rechtsextremen zusammengearbeitet und mit ihnen zusammen Proteste gegen die Moschee organisiert. So blind kann man doch auf dem rechten Auge nicht sein. Wir haben Schweineköpfe auf unserem Moscheegelände gehabt, ich bekomme täglich Morddrohungen. Leute wie Gauland, Weidel oder irgendwelche Islamkritiker sind in den Talkshows omnipräsent. Wer gibt uns Muslimen und Migranten eine Stimme. Warum werden die Täter eingeladen und die Menschen die von der Hetze betroffen sind, aus?“  

    Maischberger und WDR reagieren

    Eine Anfrage von Sputnik an die Redaktion von Maischberger blieb bisher unbeantwortet. Die offizielle Stellungname auf Twitter lautet aber, dass die Absage an Malik in „keinem Zusammenhang mit der Einladung der PolitikerInnen“ stehe, die nun in der Sendung am 11. März auftreten sollen. Man habe auch „vielen weiteren InteressentInnen absagen“ müssen. Die Redaktion hätte den Erfurter Muslim Mohammad Suleman Malik „für das Publikum angefragt, wie viele andere engagierte Thüringer Bürger auch.“

    ​Malik legt Wert auf die Tatsache, dass er angefragt und eingeladen worden und nie ein „Interessent“ gewesen sei. Seiner Meinung nach will man sich da herausreden. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR), in dessen Auftrag die Talkshow „Maischberger“ produziert wird, schließt sich der Darstellung von Sandra Maischberger an. Mohammad Suleman Malik sei als einer dieser Bürger für das Fragen stellende Publikum angefragt worden. Er könne aber nicht berücksichtigt werden, da die Zahl der Interessenten für die vorgesehene Debatte die verfügbaren Plätze „bei weitem“ übersteige.

    Das komplette Interview mit Suleman Malik zum Nachhören:

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    Tags:
    Muslime, Talkshow, Diskriminierung, ARD