11:32 05 August 2020
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    Die Panik um das neue Coronavirus könnte schlimmere Folgen haben als die tatsächliche Erkrankung. Das findet ein Infektionsexperte, der vor einer Überlastung des Gesundheitswesens durch besorgte Bürger warnt.

    Über eine Million Mal wurde Abdu Sharkawys Facebook-Beitrag binnen vier Tagen geteilt. In diesem Post attackiert der Infektionsexperte von der Universität Toronto (Kanada) die aktuelle „fesselnde Panikspirale“, die immer weitere Kreise rund um das neuartige Coronavirus aus China zieht.

    Als Infektionsspezialist habe Sharkawy in Krankenhäusern und in den ärmsten Slums Afrikas gearbeitet. Zu den Krankheiten, die er behandelt haben soll und denen er ausgesetzt war, gehören HIV, Hepatitis, Tuberkulose, SARS, Masern, Gürtelrose, Keuchhusten, Diphtherie. „Mit der Ausnahme von SARS habe er sich bei keiner dieser Krankheiten verwundbar, überwältigt oder geradezu angsterfüllt gefühlt. Bei dem neuen Coronavirus sei die Lage anders:

    „Ich habe keine Angst vor Covid-19“, schreibt Sharkawy. „Ich bin besorgt über die Folgen der Ausbreitung dieses neuen Krankheitserregers. Ich bin aus gutem Grund besorgt um das Wohlergehen der älteren Menschen, jener mit einer schwachen Gesundheit oder entrechteter Menschen, die den größten Schaden davontragen werden. Aber ich selbst habe keine Angst vor Covid-19.“

    Allerdings ist auch Sharkawy nicht ohne Angst und so schreibt er gleich im nächsten Absatz: „Wovor ich Angst habe, das ist der Verlust von Vernunft und die Welle der Angst, die die Massen der Gesellschaft in eine fesselnde Panikspirale verwickeln, das Aufkaufen von Unmengen x-beliebiger Güter, die einen Luftschutzbunker angemessen für eine postapokalyptische Welt anfüllen könnten.“

    Er verurteilt die einsetzende Verknappung von Atemschutzmasken in Krankenhäusern und Notfallambulanzen. Unnötigerweise würden Unmengen von ihnen an Flughäfen, in Einkaufszentren und sogar in Cafés angeboten, was die Angst nur weiter anfache.

    Und eine weitere Angst des Mediziners betrifft die Kapazitäten des Gesundheitswesens bei dessen leichtfertigem Gebrauch: „Ich habe Angst, dass unsere Krankenhäuser von Menschen überflutet werden, die sich denken: ‚Wahrscheinlich habe ich es nicht, aber ich lasse mich sicherheitshalber mal prüfen – man weiß ja nie‘.“

    Sharkawy nimmt dabei wohl Bezug auf die weitverbreiteten Vorbereitungsmaßnahmen, die in vielen Ländern in Geschäften zur Verknappung basaler Güter wie Klopapier oder Desinfektionsmittel geführt haben. Dazu gehören auch solche Streitigkeiten um Klopapier aus Sydney:

    Neben solcher Hysterie von Bürgern warnt der Mediziner auch vor übereifrigen Regierungsmaßnahmen, wie starke Einschränkungen von Reisen und Handel, was sich negativ auf das Leben vieler und auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

     

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    Tags:
    Infektion, Gesundheit, Coronavirus, Panik, Epidemie