21:07 03 Dezember 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (201)
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    In Berlin sollen nun auch privaten Clubs, Konzertsäle und Tanzlokale angesichts der Corona-Krise geschlossen werden. Darauf habe sich der Senat auf Anraten der Amtsärzte verständigt. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“.

    Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bestätigte gegenüber der „Berliner Morgenpost“auf Nachfrage, es sei „schlau“ dies zu tun, „so hart es auch ist“. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte gegenüber der Zeitung, dass man die entsprechenden Lokale abgestimmt mit den Gesundheitsämtern über das Infektionsschutzgesetz schließen werde. Darüber bestehe Konsens unter den Amtsärzten.

    Im Laufe des Freitags soll das endgültige Vorgehen vereinbart werden. „Tanzen gehen ist nicht mehr“, hieß es laut dem Bericht aus Senatskreisen. Clubs und Bars gelten nach Meinung der Experten als Orte, wo sich das Coronavirus besonders schnell ausbreiten kann.

    ​„Der Staat folgt dem Rat von Experten. Wir sind alles keine Mediziner, wir können nicht sagen, was der richtige Weg ist. Und wenn es heißt, wir müssen jetzt alles zumachen, dann wollen wir auf keinen Fall, dass unsere Mitarbeiter und Gäste in irgendeiner Weise einer Gefahr ausgesetzt werden. Wir folgen diesem Rat und dieser Anordnung“, sagt Lutz Leichsenring, Pressesprecher der „Clubcommission - Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter e.V.“ im Sputnik-Interview.

    Die nächsten Tage würden eine Zäsur für die Berliner Clubkultur und die Kultur insgesamt darstellen. Leichsenring erwartet den „härtesten Einschnitt seit dem Zweiten Weltkrieg“: „Es ist noch nie so etwas passiert, dass so ein Shutdown dazu führt, dass auf einen Schlag Kulturräume so in Bedrängnis geraten und von einem Tag auf den nächsten kurz vor dem Ende stehen.“

    Keiner in der Szene sei mit Rücklagen ausgestattet. „Da kann man nicht einfach für ein Paar Wochen zu machen“, so Leichsenring. Die Berliner „Clubcommission“ hat wegen der Krisenlage eine Task-Force gegründet. Der Sprecher rät den Betreibern „alles zu tun“, um liquide zu bleiben. Dazu gehöre, „mit den Finanzämtern und den Vermietern zu verhandeln, überall zu schauen, wie kann man die laufenden Kosten so gering wie möglich halten oder zu stunden, um nicht gleich in Konkurs zu gehen“. Für Konkursvergehen könne man in Deutschland belangt werden, warnt Leichsenring.

    ​Der Verband sei mit der Politik im Gespräch über Wirtschaftsfördermaßnahmen, Rettungsfonds, aber auch über Geldsammelaktionen für Härtefälle.

    Das Interview mit Lutz Leichsenring (Berliner Clubcommission):

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