04:29 02 Juni 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    In Deutschland schließen die Bankhäuser HypoVereinsbank und Commerzbank ab Montag viele Filialen. Deutsche Bank und Postbank wollen ihre Standorte allerdings weiterhin geöffnet halten. Auch Supermärkte und Apotheken bleiben vorläufig bundesweit offen – trotz gegenteilig lautender „Fake News“.

    Die HypoVereinsbank und die Commerzbank teilten am Montag mit, dass beide Bankhäuser vorübergehend wegen des Coronavirus bundesweit viele Filialen schließen werden. „Von den deutschlandweit 337 Standorten seien 101 betroffen, teilte die HypoVereinsbank mit“, berichtete der „Deutschlandfunk“ am Montagvormittag.

    „Selbstbedienungszonen bleiben überall geöffnet“, so der Bericht.

    Die persönliche Kunden-Beratung werde allerdings in den kommenden Tagen schrittweise „auf stark frequentierte Standorte“ der Geldinstitute konzentriert. „Um Kunden in anderen Regionen weiterhin beraten zu können, sollen den Angaben zufolge Geschäftsstellen im Wochenrhythmus an jeweils anderen Standorten öffnen beziehungsweise vorübergehend schließen.“ Die Commerzbank kündigte demnach an, vorsorglich mehrere hundert Filialen zu schließen. Vor allem die kleineren Standorte seien betroffen, sagte ein Sprecher der Commerzbank AG.

    Die Deutsche Bank teilte bereits am Sonntagabend mit, vorerst alle ihre Filialen weiterhin geöffnet halten zu wollen. Im Gegensatz zur Konkurrenz wolle dieses Bankhaus die Standorte so lange wie möglich nicht schließen. Deutschlandweit betreibt die Deutsche Bank laut Medienberichten rund 500 Filialen. Dazu kommen mehr als 800 Niederlassungen der Postbank, die zum Konzern gehört.

    Je nach Region: Manche Banken schließen, andere bleiben offen

    Die Sparkasse im Raum Niederbayern wird vorerst mehrere Standorte geschlossen halten, während das Gebiet Rhein-Maas vorerst keine Sparkassen-Geschäftsstellen schließen wird. Laut der „Mitteldeutschen Zeitung“ können Sparkassen in Ostdeutschland die „flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld“ weiterhin gewährleisten.

    „Die Sparkassen werden überall in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen sicherstellen“, wurde zudem Sparkassen-Verbandspräsident Helmut Schleweis zitiert.

    Aufgrund der Covid-19-Pandemie habe die Sparkasse im Saarland entschieden, fast die Hälfte aller dortigen Filialen ab Montag zu schließen. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber die potenzielle Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr, wenn sich unsere Kunden und Mitarbeiter auf engstem Raum begegnen, schätzen wir als nicht vertretbar ein“, begründete Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Saarbrücken den Schritt in der „Saarbrücker Zeitung“.

    „Bitte kein Geld hamstern“: Aktuelle Empfehlungen für Bank-Kunden

    Laut dem Fachmagazin „Onvista“ empfiehlt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) aktuell Kunden, „für tägliche Zahlungsvorgänge verstärkt das kontaktlose Bezahlen mit Girocard (‚EC-Karte‘) oder Kreditkarte zu nutzen. Kontaktlose Kartenzahlungen sind bis 30 Euro ohne PIN-Eingabe am Terminal möglich – und damit unter besonders hygienischen Bedingungen machbar.“

    Auch der Privatbankenverband BdB betone, dass die Bargeldversorgung gesichert sei. Seit einiger Zeit können Kunden auch an vielen Supermarktkassen Bargeld abheben, was die Situation entschärfe, so der Bankenverband.

    „Die Supermärkte haben gerade viel Bargeld im Umlauf, und dort kann man sich auch versorgen“, sagte ein Sprecher des Bankenverbands. Zugleich appelliere er, Maß zu halten: „Wenn die Verbraucher jetzt große Mengen Bargeld an Automaten abheben und auch beim Bargeld hamstern, dann hat das Folgen.“

    Fake News: „Supermärkte mit neuen Öffnungszeiten“

    Vor wenigen Tagen gingen „Fake News“ herum, nach denen die großen Supermärkte in Deutschland demnächst nur noch wenige Stunden täglich geöffnet haben. „Corona-Falschmeldung: Supermärkte nur noch montags und freitags offen – das ist ein Fake!“, stellte der Münchner „Merkur“ klar.

    Fakt ist: Die deutschen Supermärkte haben weiterhin regulär geöffnet. Die Supermarkt-Ketten erleben derzeit laut der „Münchner Zeitung“ vor allem wegen der Hamsterkäufe „einen Nachfrageschub.“

    Die Supermarkt-Kette „Aldi“ gebe momentan folgende Verhaltensregeln heraus: Ein Mindestabstand von ein bis zwei Metern zueinander werde empfohlen. Nichts soll unnötig angefasst werden und die Kunden würden gebeten – wenn möglich – mit Karte oder ganz kontaktlos zu bezahlen. Diese Bitten überschreibe „Aldi“ mit einem großen „Danke!“.

    Apotheken bleiben geöffnet

    Auch die Apotheken in Deutschland bleiben weiterhin wie gewohnt geöffnet. In der vergangenen Woche hat die Bundesapothekerkammer aktualisierte Arbeitsschutzmaßnahmen wegen der Covid-19-Pandemie herausgegeben.

    „Mitarbeiter mit Krankheitszeichen, wie zum Beispiel Fieber, Husten und/oder Atemnot, Schüttelfrost, haben die Tätigkeit abzubrechen und die Symptome ärztlich abklären zu lassen“, nannte die „Pharmazeutische Zeitung“ daraus einige Punkte. „Bitte räumlichen Abstand zwischen Mitarbeitern und Patienten wahren; gegebenenfalls einfache Barrieren auf Gesicht- oder Körperhöhe, zum Beispiel Plexiglasscheiben, sofern die räumlichen Gegebenheiten das zulassen. Eventuell nur eine begrenzte Anzahl Patienten gleichzeitig in die Offizin (Apotheken-Räume, Anm. d. Red.) lassen.“

    Laut dem Robert-Koch-Institut gibt es derzeit in Deutschland über 4800 bestätigte Infektionen mit Covid-19. Die Sterberate liegt momentan mit 13 Todesfällen bei etwa 0,248 Prozent. Die John Hopkins University in den USA verzeichnet aktuell weltweit über 169.000 Corona-Infizierte.

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    Apotheke, Banken, Quarantäne, Deutschland, Coronavirus