20:53 03 Dezember 2020
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    In Deutschland sollen Frauen in ihrem Leben rund die Hälfte weniger verdienen, als es die Männer tun. Das zeigt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung, die zum Internationalen Tag der gleichberechtigten Bezahlung veröffentlicht wurde. Am schlimmsten davon sind vor allen Dingen Mütter betroffen, die bis zu 68 Prozent weniger erhalten.

    In einer Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt sich, dass der sogenannte Gender Pay Gap größer ist als bisher angenommen. Die Studie wurde durchgeführt mithilfe vom Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW) und der Freien Universität Berlin (FU). Anlässlich des Equal Pay Days, des Internationalen Tages der gleichberechtigten Bezahlung, wurde diese Studie veröffentlicht. Darin wird das lebenslängliche Erwerbseinkommen untersucht, welches bei Männern rund doppelt so viel sein soll als bei Frauen. Dies stellt eine deutlich größere Differenz des Gender Pay Gaps dar als in den Zahlen anderer Studien.

    Dabei gibt es auch regionale Unterschiede. Frauen in Westdeutschland verdienen rund 830.000 Euro, während westdeutsche Männer bei rund 1,5 Millionen Euro Erwerbseinkommen sind. Anhand dieser durchschnittlichen Bruttolebenserwerbseinkommen aus den Preisen im Jahr 2015 ergibt sich eine Differenz von 45 Prozent. In Ostdeutschland ist diese Differenz ein wenig kleiner: Rund 40 Prozent weniger erhielten Frauen im Osten mit 660.000 Euro anstatt 1,1 Millionen Euro wie die Männer.

    ​Besonders schwer betroffen von dieser Problematik sind Mütter. Diese können, angenommen sie wären Mitte-Dreißig, mit einem durchschnittlichen Lebenserwerbseinkommen von 580.000 (West) oder 570.000 (Ost) Euro rechnen. Somit verdienen sie voraussichtlich 47 bis 68 Prozent weniger als die Männer. Im Gegensatz zu Müttern sieht man bei Männern mit Kindern so gut wie keine Auswirkung auf das Einkommen. Kinderlose Frauen holen dabei die Männer knapp nicht auf. Wenn man davon ausgeht, dass sie Mitte-Dreißig sind, würden westdeutsche Frauen 13 und ostdeutsche Frauen 3 Prozent weniger verdienen als Männer.

    Frauen arbeiten oft nur Teilzeit

    Grund für diese Lücke sei vor allem die Dominanz der Teilzeitarbeit unter den Frauen. Während Männer in der Lebensphase zwischen 30 und 50 Vollzeit arbeiten, müssen Frauen meist öfter längere Pausen einlegen (bei der Geburt eines Kindes oder der Pflege Angehöriger beispielsweise) oder arbeiten meist nur Teilzeit. Die Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung, Manuela Barišić, begründet dies wie folgt:

    „Ein erheblicher Teil des Arbeitskräftepotenzials von Frauen wird aktuell nicht voll ausgeschöpft. Im Zuge des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels kann Deutschland sich dies nicht mehr leisten.“

    Natürlich seien diese Zahlen nicht darauf ausgelegt, die gesamten Ungleichheiten im Erwerbsleben von Mann und Frau abzubilden. Dennoch stellt dieses Studienergebnis laut der Bertelsmann Stiftung einen „Vorboten“ für die Geschlechterlücke in den Rentenansprüchen dar.

    lm

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    Tags:
    Bertelsmann Stiftung, Gender Pay Gap