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    Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sind viele wissenschaftliche Konferenzen ausgefallen. Dies lässt Forscher nun mehr über das Konzept von Tagungen im Allgemeinen nachdenken. Könnten durch Covid-19 neue Beschlüsse gefasst werden in der Forschungswelt, die diese gänzlich verändern?

    Weltweit fallen aktuell jegliche Arten von Veranstaltungen aus. Darin inbegriffen sind auch wissenschaftliche Tagungen, Kolloquien und Konferenzen. Da diese Art der Kommunikation unterbunden wurde, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, brauche es neue Wege, um Resultate und Forschungsergebnisse zu teilen. Darüber schreibt die wissenschaftliche Wochenzeitschrift „Nature“.

    Ein wichtiger Ort, um Daten zu teilen, ist natürlich das Internet. Durch sogenannte „virtuelle Konferenzen“ versucht man, den Effekt von echten nachzuahmen. Diese haben nämlich auch einen angenehmen Nebeneffekt: Sie sind zugänglicher für eine größere Bevölkerungsgruppe.

    Universitäten mit wenig Ressourcen im Vorteil

    Viele der organisierten Konferenzen finden in den USA statt. Deswegen konnten Leute wie Ezequiel Ferrero, ein Physiker im Atomforschungszentrum San Carlos de Bariloche, nie an solchen teilnehmen. Aufgrund der überhöhten Reisekosten beschloss Ferrero, nicht an der American Physical Society (APS) in Denver teilzunehmen. Diese Großveranstaltung mit über 11.000 angemeldeten Teilnehmen musste jedoch spontan abgesagt werden, um die Infektionswelle des Coronavirus einzudämmen. Dank des vielfältig verfügbaren Internet-Angebots wurde ihm diese wichtige Tagung nun ebenfalls ermöglicht, schreibt „Nature“.

    Auch gelobt wurde dieses Format von Wissenschaftlern, die regelmäßig an solchen Tagungen teilnehmen. Karin Daniels, eine Physikerin an der North Carolina State University, beteiligte sich ebenfalls an einer Online-Ausstrahlung der APS. „Wenn überhaupt, dann war die Qualität der Sprecher viel einfacher zu verfolgen als sonst. Kein Kopf blockierte die Sicht“, sagte Daniels zu „Nature“.

    Inklusion wird gefördert

    In puncto Inklusion und Integration hätten diese virtuellen Konferenzen auch Vorteile. Durch das Internet wird eine sichere und vor allen Dingen barrierefreie Übertragung gewährleistet, um auch Wissenschaftlern mit Behinderungen einen Zugang zu ermöglichen. Divya Persaud, eine Planetologin am University College London, sieht dies jedoch zwiespältig an. Auch wenn die Reaktion auf ihre Versuche, eine Internet-Konferenz namens „Space Science“ (Weltall-Wissenschaft) zu veranstalten, positiv ausfielen. Dass es eine globale Pandemie brauche, um Leuten mit Behinderungen Zugang zu Konferenzen und Tagungen zu verschaffen, sei in ihren Augen „bittersüß“.

    Auch wenn den Forschern und Organisatoren noch vieles bevorsteht, so sehe man in diesen Zeiten den nötigen Fortschritt, den es schon lange gebraucht hätte. Auch im Zusammenhang mit langen Reisen, welche aufgrund der Klimaschutzdebatte ebenfalls immer mehr hinterfragt werden. Und so wird auch der Sinn der Konferenz selbst plötzlich hinterfragt. Der kulturelleAustausch in der Welt der Wissenschaft würde laut der Planetologin der John-Hopkins-Universität, Sarah Hörst, langsam vor sich gehen. Dennoch hofft sie, dass im Zuge der Digitalisierung der Konferenzen eine konstruktive Debatte um das Thema entsteht.

    lm

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    Ausbildung, Wissenschaft, Coronavirus