22:01 14 Juli 2020
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    Der Generalsekretär der Diözese Bergamo, Giulio Dellavite, hat frühere Medienberichte dementiert, wonach ein 72-jähriger, mit dem Coronavirus infizierter Priester auf sein Beatmungsgerät zugunsten eines jüngeren Patienten verzichtete und starb.

    „Da gab es kein gespendetes Beatmungsgerät. Außerhalb des Krankenhauses hat niemand Beatmungsgeräte übergeben“, sagte Dellavite am Dienstag der Catholic News Agency (CNA).

    Giuseppe Berardelli, der katholischer Priester war, lebte in Bergamo - der wohl am stärksten von der Covid-19-Pandemie betroffenen Stadt Italiens. Der 72-Jährige hatte sich mit dem Virus angesteckt und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort sei er gestorben, weil er, so hieß es in italienischen Medien, sein dringend benötigtes Gerät zur künstlichen Beatmung an einen jüngeren, ihm nicht bekannten Patienten, weitergegeben habe.

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    © REUTERS / POOL / Doug Mills

    Die Geschichte über die selbstlose Tat hat international für Aufsehen gesorgt. Ein Pfleger, der Berardelli kannte, zeigte sich laut der Lokalzeitung „Araberara“ „tief berührt“. Die Pfarrgemeinde hatte demnach sogar extra ein eigenes Beatmungsgerät für den Priester erworben.

    Italien ist derzeit in Europa das vom Coronavirus am stärksten betroffene Land. Dort sind bisher mehr als 6000 Menschen gestorben. Die Kapazitäten des Gesundheitswesens sind in vielen Regionen erschöpft, einige deutsche Bundesländer haben sich deshalb zur Aufnahme schwer kranker Patienten aus Italien bereit erklärt.

    ac/mt

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    Tags:
    Opfer, Beatmungsgerät, Priester, Italien, Pandemie, Coronavirus