12:58 27 November 2020
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    Der Pneumologe und SPD-Politiker Wolfgang Wodarg verbreitet Thesen zur Coronapandemie, die umstritten sind. Von vielen Medien wird er deswegen als „Verschwörungstheoretiker“ dargestellt. Die Organisation „Transparency International“ lässt nun die Funktionen ihres Vorstandsmitglieds „ruhen“.

    Die Menschenrechtsorganisation „Transparency International Deutschland“ lässt Mitgliedschaft und Funktionen ihres Vorstandsmitgliedes Wolfgang Wodarg „ruhen“, wie die Organisation mitteilte. Grund dafür sind kritische Äußerungen des Mediziners und Ex-Bundestagsabgeordneten (SPD) zu den Maßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Er ist langjähriges Mitglied der Menschenrechtsorganisation und Teil des Vorstands.

    Wodarg gehört zu den schärfsten Kritikern der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Viruskrankheit. Diese kritische Position sei sein „gutes Recht“ und von der Meinungsfreiheit gedeckt, heißt es in der offiziellen Erklärung von „Transparency“, die am Mittwoch veröffentlicht wurde:

    „Auch heute weiß niemand definitiv, ob die ergriffenen Maßnahmen Erfolg versprechen, noch ob sie unvermeidlich waren.“

    Doch es sei für die Organisation untragbar und problematisch, „wenn diese kritischen Thesen, die unter anderem eine aus der Pharmaindustrie und ihren Profitinteressen gesteuerte Kampagne unterstellen“, in radikalen Medien wie „KenFM“, „Rubikon“, „Geolitica“ oder in einem Interview mit der ehemaligen Fernsehmoderatorin Eva Herman verbreitet würden, heißt es in dem Schreiben des Vorstands. „Diese Medien, die regelmäßig mit Verschwörungstheorien, mit antidemokratischen sowie teils antisemitischen Vorurteilen arbeiten und einige davon personell der AfD nahestehen, sind so weit von den demokratischen Überzeugungen und Prinzipien unseres Vereins entfernt, dass sich jede Zusammenarbeit mit ihnen verbietet. Nicht zuletzt deshalb wurde Wolfgang Wodarg selbst von vielen seriösen Blättern wie dem Tagesspiegel, der FAZ oder der Süddeutschen Zeitung den Verschwörungstheoretikern zugerechnet.“

    Hinzukomme, dass Wodarg seine „Anschuldigungen – ‚die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und ihrer politischen Vertreter [werde] durch die angstmachenden Bilder ab[ge]lenkt und mit Unterstützung konform reagierender Medien getäuscht‘“ - nicht belege, so der stellvertretende Vorsitzende im Vorstand von „Transparancy“, Hartmut Bäumer. „Eine solche auf bloßen Vermutungen und Diffamierungen beruhende Argumentation“ widerspreche damit „eklatant“ den Grundprinzipien der Organisation: „Urteilen und Handeln mit gesicherten Informationen und professionellen Analysen“, heißt es in der Stellungnahme.

    Wodarg ist Lungenspezialist, Sozialmediziner, Arzt für Hygiene und Umweltmedizin und war nach eigenen Angaben „langjähriger Leiter eines Gesundheitsamtes“. Von 1994 bis 2009 war er Bundestagsabgeordneter für die SPD. Dort war er Sprecher der Enquetekommission Ethik und Recht der modernen Medizin. Wodarg war außerdem stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Vorsitzender des dortigen Unterausschusses für Gesundheit.

    In einem am 7. März im Online-Magazin „Multipolar“ veröffentlichten Beitrag forderte er unter anderem: „Panikmacher isolieren“. Wodarg stellte in dem Kommentar fest: „Dem Corona-Hype liegt keine außergewöhnliche medizinische Gefahr zugrunde. Er verursacht aber eine erhebliche Schädigung unserer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte durch leichtfertige und unberechtigte Quarantänemaßnahmen und Verbotsregelungen.“

    Vorwürfe, unbelegte Verschwörungstheorien zu verbreiten, hat Wodarg bereits zurückgewiesen und seinerseits Vorwürfe erhoben, ihn mit Verleumdungen und übler Nachrede unglaubwürdig machen zu wollen. 

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