15:03 10 August 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    4121
    Abonnieren

    Konservative Staaten in den USA haben den Versuch unternommen, Abtreibungskliniken während der Krise zu schließen. Viele Kritiker sehen das als eine politisch motivierte Entscheidung. Nun haben Richter des Bundesgerichts der Vereinigten Staaten verboten, die Kliniken zu schließen, da diese ebenfalls zum medizinischen Versorgungssystem gehören.

    Im Verlauf der letzten Woche haben mehrere Staaten in den USA den Beschluss gefasst, Abtreibungskliniken in Zeiten der Corona-Pandemie zu schließen. Begonnen hat es mit dem Texanischen Generalstaatsanwalt Ken Paxton, der vergangene Woche eine Schließung aller Abtreibungskliniken angekündigt hat.

    Desinfektion vor dem Imam-Reza-Schrein in Maschhad, Iran
    © REUTERS / Wana News Agency
    Grund dafür war, dass die Betten und die medizinische Ausrüstung der Kliniken nicht für „nicht-dringende“ medizinische Eingriffe verschwendet werden sollten. Dies schreibt die internationale Nachrichtenagentur „Reuters“ in einem Artikel. Auch hätte Paxton den Beschluss damit begründet, dass Abtreibung nicht medizinisch notwendig sei, um das Leben der Mutter zu erhalten oder zu bedrohen. In diesem Sinne hätten Strafen von über 1000 Dollar oder 180 Tagen im Gefängnis bei Missachtung dieser Reglung verhängt werden können.

    Recht auf Abtreibung

    Auf diese Entscheidung folgte nicht nur viel Kritik, sondern auch ein rechtlicher Entschluss gegen die Schließungen der Kliniken. Der Bezirksrichter Lee Yeakel aus Austin habe Paxtons Entschluss für ungültig erklärt. Dies begründete er gegenüber Reuters wie folgt: „[Paxtons Handlung] hindert Frauen aus Texas ihr vom Obersten Gerichtshofs bestimmtes, fundamentales Recht auszuüben, eine Schwangerschaft zu beenden, bevor der Fötus lebensfähig ist.“

    Ebenfalls kritisierte das die Präsidentin des Gesundheit-Management Unternehmens „Whole Woman’s Health“, Amy Hagstorm Miller. Das Unternehmen bietet Abtreibungen für Frauen in den USA an und besitzt drei Kliniken in Texas.

    „Abtreibung gehört zur wesentlichen Gesundheitsversorgung, allen voran in Zeiten einer Krise der öffentlichen Gesundheit“, so Hagstorm Miller zu Reuters, „alle Politiker, die eine globale Pandemie ausnutzen, um ihre Anti-Abtreibungs-Agenda zu fördern, sollten sich schämen“.

    Schnelle Reaktion der Richter

    Nicht nur in Texas hat es diesen Fall gegeben. Auch in Staaten wie Ohio, Alabama, Iowa und Oklahoma sei es zu ähnlichen Vorkommnissen gekommen. Doch auch hier haben Richter sich dazu entschieden, Staatsangehörigen die Abtreibung zu ermöglichen. Dieser Entschluss musste auch schnell gefasst werden – angesichts der Tatsache, dass einige Patientinnen das Ende des legalen Zeitraums für eine Abtreibung erreicht hätten. Dieser beträgt in Staaten wie Ohio nur sechs Wochen, solange der Fötus noch keinen bemerkbaren Herzschlag hat.

    lm

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Iran wirft USA „medizinischen Terror“ vor
    „Sehr großes Flugzeug“: USA erhalten medizinische Hilfe aus Russland – Trump
    „Weiter so!“ – Oskar Lafontaine platzt bei Olaf Scholz als SPD-Kanzlerkandidat der Kragen
    Tags:
    Coronavirus, USA, Abtreibungsrecht, Abtreibung