16:23 10 Juli 2020
SNA Radio
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    62820
    Abonnieren

    Die estnische Sicherheitspolizei (KAPO) hat laut einem Medienbericht den Gründer und Leiter der internationalen Neonazi-Gruppe Feuerkrieg Division (FKD) festgenommen. Dabei handelt es sich überraschenderweise um einen 13-jährigen Schüler.

    „KAPO hat einen 13-jährigen Schüler festgenommen, der im Januar dieses Jahres unter dem Spitznamen Commander im Internet aufgetreten ist. Der Jugendliche lebt in einer kleinen estnischen Stadt, geht zur Schule, seine Schulleistungen sind ok. In den letzten Monaten sind Mitglieder der Gruppe in mehreren Ländern verhaftet worden, aber in Estland sind Minderjährige nicht haftpflichtig, deswegen kann die Polizei ihn nicht inhaftieren“, heißt es in der Erklärung der Sicherheitspolizei.

    Laut der Zeitung „Eesti Ekspress“ wurde das gesamte FKD-Management online ausgeübt, sodass der Commander seine Identität leicht verbergen konnte. Aus der Korrespondenz konnte geschlossen werden, dass nur bestimmte Mitglieder der Gruppe über 20 Jahre alt waren. Die meisten waren höchstwahrscheinlich jünger und einige überhaupt nicht volljährig.

    Nach Angaben der Medien tauschten die Teilnehmer Leitfäden für die Herstellung von Sprengkörpern oder Tipps zum Modifizieren und Erwerb von Waffen aus. Die Haupttätigkeit der FKD blieb aber die Verteilung von Propagandaplakaten.

    Die Mitglieder der Gruppe betrachteten fast jeden Bürger als ihren Feind und schlugen vor, Polizeibeamte, Politiker, Juden, Konservative, Kommunisten, Liberale, Afroamerikaner, Homosexuelle und Transgender zu erschießen.

    Laut Alar Ridamäe, dem Leiter des KAPO-Büros, sei die Radikalisierung im Internet ein großes soziales Problem und ein globales Phänomen.

    „Menschen, die solche radikalen Ansichten haben, kommunizieren auf internationaler Ebene miteinander. Dies ist längst bekannt. Die Sicherheitspolizei kennt und überprüft die im Internet veröffentlichten Informationen über die Beteiligung der Esten an der virtuellen Kommunikation von Radikalen. Wenn eine Bedrohung besteht, greifen wir ein, um das Schlimmste zu verhindern“, sagte Ridamäe.

    Ihm zufolge findet in Estland keine der Formen des gewalttätigen Radikalismus breite öffentliche Unterstützung.

    ac/mt

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Abschuss von MH17: Niederlande wollen Russland beim EGMR verklagen
    Сhina bereitet Antwort auf US-Sanktionen vor
    USA führen „unsauberen Kampf“ gegen China – Lawrow
    Tags:
    Hass, Festnahme, Minderjährige, Das Sicherheitspolizeiamt Estlands (KAPO), Neonazis, Estland