17:27 28 Oktober 2020
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    Hunderttausende Kinder könnten dieses Jahr weltweit in Folge der Corona-Pandemie und globaler Rezession sterben. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft des UN-Generalsekretärs António Guterres hervor. 

    „Mit der zunehmenden globalen Rezession im Jahr 2020 könnten Hunderttausende zusätzliche Todesfälle bei Kindern eintreten“, sagte Guterres. Durch die Folgen der Corona-Pandemie könnten „die Fortschritte der letzten zwei bis drei Jahre bei der Verringerung der Kindersterblichkeit in nur einem Jahr“ umgekehrt werden, hieß es weiter.

    Der UN-Chef erklärte: „Ich appelliere an Familien überall und an Führungskräfte auf allen Ebenen: Schützen Sie unsere Kinder.“

    Eine Gefahr würden auch die Schulschließungen bergen, von denen laut UN weltweit 1,5 Milliarden Kinder in 188 Ländern betroffen sind. Mehr als 300 Millionen von ihnen seien auch deshalb auf die Schule angewiesen, weil die Mahlzeiten dort für sie ein elementarer Bestandteil der Ernährung seien.

    Doch auch im Bildungsbereich könnten sich die Unterschiede zwischen starken und schwachen Regionen noch weiter ausprägen: „Einige Schulen bieten Fernunterricht an, dies steht jedoch nicht allen zur Verfügung. Kinder in Ländern mit langsamem und teurem Internet sind stark benachteiligt“, so Guterres.

    Besondere Risiken für Mädchen 

    Es bestehe auch die Gefahr, dass Mädchen die Schule verlassen, was zu einer Zunahme der Schwangerschaften bei Teenagern führen werde. „Wir dürfen die wachsenden Risiken nicht ignorieren, denen Kinder aufgrund von Gewalt, Missbrauch und Mobbing im Internet ausgesetzt sind. Soziale Netzwerke haben eine besondere Verantwortung für den Schutz der schutzbedürftigen Personen“, fügte der UN-Generalsekretär hinzu.

    Was die Situation im Bereich der Gesundheit anbetreffe, so habe die Corona-Pandemie auch die Impfprogramme beeinflusst. Einige Länder hätten Impfkampagnen gegen Polio und Masern eingestellt.

    „Masernimpfkampagnen wurden in mindestens 23 Ländern eingestellt. Und da die Gesundheitsdienste überlastet sind, haben kranke Kinder weniger Zugang zur Behandlung“, sagte Guterres.

    Dem Bericht zufolge litten Kinder weltweit unter den Corona-Maßnahmen, katastrophale Auswirkungen aber könnten sie vor allem für jene Millionen Minderjährige haben, die in Slums, Camps für Flüchtlinge und Vertriebene oder in Kriegs- und Krisengebieten leben.

    Die Staats- und Regierungschefs müssten alles tun, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu mildern, so die Botschaft.

    pd/sb

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    Tags:
    Uno, Kinderschutz, Kinder, Kinderarmut, Coronavirus, António Guterres