07:40 01 Dezember 2020
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    Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Verkürzung der Sommerferien vorgeschlagen, um den aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallenen Unterricht nachzuholen. Dies hat aber eher eine ablehnende Reaktion seitens der Bundesländer hervorgerufen.

    Der Bundestagspräsident brachte eine mögliche Verkürzung der Sommerferien während des Interviews mit der Zeitung „Augsburger Allgemeine“ ins Gespräch.

    „Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen“, sagte Schäuble.

    Nach Schäubles Ansicht böte dieser Schritt den Schülern die Gelegenheit, den versäumten Stoff nachzuholen.

    Allerdings war die Reaktion auf seinen Vorschlag eher ablehnend.

    Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), sagte, dass es momentan darum gehe, wie der Wiedereinstieg an den Schulen stufenweise gestaltet werde. Sie unterstrich auch, dass es die Sache der einzelnen Länder sei, die Frage kürzerer Sommerferien für sich zu klären.

    Ebenfalls kritisch reagierten die Kultusminister der einzelnen Bundesländer auf die Idee von Schäuble.

    „Keine Lösung“ - so lautete die Reaktion von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

    „Eine Verkürzung der Sommerferien steht bei uns nicht zur Debatte. Ein solcher Schritt würde auch vor dem Hintergrund zahlreicher privater Pläne von Familien und Lehrkräften viele Diskussionen und Unruhe auslösen und letztlich mehr Probleme schaffen als lösen“, sagte sie.

    Nicht nur Kultusminister der deutschen Bundesländer, sondern auch die Lehrerverbände kritisierten den Vorschlag des Bundestagspräsidenten.

    „Schäubles Vorschlag bringt zum jetzigen Zeitpunkt Unruhe, löst aber keines der eigentlichen Probleme“, sagte Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung.

    Ebenfalls ablehnend reagierte der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft.

    „Unternehmen wie Bürger brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit statt weiterer Verunsicherung durch eine völlig unnötige und unverantwortliche Diskussion, die der Bundestagspräsident heraufbeschwört“, sagte Generalsekretär Michael Rabe.

    ac/mt/dpa

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    Wolfgang Schäuble, Sommer, Ferien, Kürzung, Deutschland, Krise, Coronavirus