06:55 23 Oktober 2020
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    Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind 47 unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern am Samstag in Deutschland eingetroffen. Dem sind laut dem Bundesinnenminister Horst Seehofer monatelange Vorbereitungen und intensive Gespräche mit anderen europäischen Partnern vorausgegangen.

    Die Minderjährigen seien an Bord eines Flugzeugs aus Athen in Hannover gelandet, teilte das Bundesinnenministerium mit.
    Sie würden demnach zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne in Niedersachsen untergebracht und sollen dann auf die Bundesländer verteilt werden, hieß es. Es handele sich um 42 Kinder und fünf Jungendliche. In der Gruppe gebe es vier Mädchen. Die Minderjährigen stammen dem Ministerium zufolge aus Afghanistan, Syrien und Eritrea und lebten zuletzt in Flüchtlingslagern auf den Inseln Lesbos, Samos und Chios.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer erklärte, es sei erfreulich, dass trotz der schweren Belastungen durch die Coronavirus-Krise die ersten unbegleiteten Kinder aufgenommen werden konnten. „Dies ist das Ergebnis monatelanger Vorbereitungen und intensiver Gespräche mit unseren europäischen Partnern“, sagte er gegenüber „Bild am Sonntag“. Deutschland stehe zu seiner Zusage und setze damit ein konkretes Zeichen europäischer Solidarität.

    „Ich gehe davon aus, dass unsere europäischen Partner damit beginnen, ihre Zusagen nun ebenfalls sobald wie möglich umzusetzen“, so Seehofer weiter. 

    Insgesamt hatten sich zehn EU-Staaten zur Aufnahme von Kindern bereit erklärt. Am Mittwoch hatte Griechenland zwölf Minderjährige nach Luxemburg geschickt. 

    Seehofer wirbt für Unterstützung für Griechenland 

    „Griechenland braucht unsere Unterstützung: beim Schutz der EU-Außengrenze, bei der Verbesserung der Situation in den Flüchtlingslagern vor Ort und beim Schutz der Schwächsten“, sagte Seehofer. In der Migrationspolitik gehörten Ordnung und Humanität zusammen.

    Griechenland hofft, in den kommenden Monaten insgesamt 1600 unbegleitete Kinder in anderen Ländern unterbringen zu können. Mindestens 5200 Migrantenkinder aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und afrikanischen Ländern leben derzeit in Griechenland, viele von ihnen unter sehr schlechten Bedingungen in Camps auf den Inseln in der Ägäis.

    pd/mt/dpa

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    Tags:
    Deutschland, Jugendliche, Kinder, Flüchtlinge, Griechenland