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    In einem Altenheim in Kanada sind innerhalb weniger Wochen 31 Senioren gestorben und Dutzende haben unter Durst und Hunger gelitten, weil die meisten Pfleger aus Furcht vor dem Coronavirus nicht mehr zur Arbeit gekommen waren. Darüber schreibt „Der Spiegel“ am Samstag.

    Die Gesundheitsbehörden fanden die Menschen erst Tage später vor, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Überlebenden waren dehydriert, unterernährt und teilnahmslos. Zwei Todesfälle blieben tagelang unbemerkt. In manchen Zimmern stank es nach Angaben von Augenzeugen nach Urin.

    Ermittlungen angekündigt

    Der Regierungschef von Quebec, Francois Legault, kündigte Ermittlungen wegen grober Fahrlässigkeit an. Seinen Angaben zufolge waren am Ende nur noch zwei Pflegekräfte in dem Heim, um die insgesamt 130 Bewohner zu versorgen. Die Heimleitung habe offenbar versucht, den Personalmangel zu vertuschen.

    Offiziellen Angaben zufolge starben mindestens fünf Heimbewohner an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die übrigen 26 Todesfälle werden jetzt gerichtsmedizinisch untersucht.

    Die Monatsgebühr pro Bewohner in der Luxusresidenz Herron in Dorval beträgt laut dem Fernsehsender Global News mehrere Tausend Dollar.  Das Heim gehört der Immobilienfirma Katasa, die noch sechs weitere Altenresidenzen in Kanada besitzt. Wie der Eigentümer versicherte, werde unter den momentan schwierigen Umständen alles nur Mögliche getan, um die Pflegekräfte zu schützen und die Heimbewohner zu betreuen.

    „Horror-Altenheim“

    In kanadischen Medien ist das „Horror-Altenheim“ in Dorval inzwischen zum Symbol der Corona-Krise geworden. Laut statistischen Angaben ist die Hälfte aller knapp 1300 Corona-Todesfälle in Kanada in Langzeit-Pflegeheimen aufgetreten.

    Wie Moira Davis, deren Vater am 8. April in dem Pflegeheim gestorben war, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte, sei das Heim ein „Paradebeispiel für das, was in unserer Altenpflege schiefläuft“. Der 86-jährige soll sich eine Woche vor seinem Tod mit dem Coronavirus infiziert haben.

    Herron ist nicht das einzige Seniorenheim, in dem es an Pflegekräften mangelt. Nach amtlichen Angaben gibt es noch in drei weiteren Altenheimen im Westen der Île de Montréal bedenkliche Personalengpässe.

    ls/sb/sna

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    TV-Sender Global News, Der Spiegel, AFP, Kanada