04:22 25 November 2020
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    In einer Sonderauswertung hat das Statistische Bundesamt festgestellt, dass es zumindest bis Mitte März keine erhöhten Sterbefallzahlen in Deutschland gab.

    Die vom Statistischen Bundesamt in einer Sonderauswertung veröffentlichten Sterbefallzahlen bis zum 15. März diesen Jahres zeigen keinen signifikanten Unterschied zu den Sterbezahlen von 2019. Allerdings waren bis Mitte März in Deutschland offiziell auch erst 13 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zahlen der Sterbefälle für den gesamten März werden laut Statistischen Bundesamt am 30. April 2020 vorliegen. Im März gab es laut Robert-Koch-Institut in Deutschland 742 mit dem Coronavirus in Verbindung gebrachte Todesfälle. Aktuell liegt die Zahl der mit Covid-19 assoziierten Todesfälle in Deutschland bei 4642 (Stand 20.04.20).

    „Keine Hinweise auf eine Übersterblichkeit“

    Das Statistische Bundesamt erklärt in einer Mitteilung:

    "Die ersten vorläufigen Daten für das Jahr 2020 geben aktuell noch keine Hinweise auf eine Übersterblichkeit durch COVID-19 mit auffälligen Abweichungen nach oben. Im Januar 2020 starben nach dieser Auszählung etwa 85.000 Menschen. Im Februar 2020 waren es mindestens 79.000 Personen. Auch in der ersten Märzhälfte ist bislang kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen erkennbar. Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, könnte ein möglicher Anstieg von Sterbefallzahlen im weiteren Verlauf des Jahres 2020 in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen."

    Insgesamt sterben in Deutschland fast eine Millionen Menschen im Jahr. Es ist fraglich, ob selbst mehrere Tausend zusätzliche Todesfälle durch Covid-19 zu siginifikanten Ausschlägen in der Statistik des Bundesamtes führen werden.

    Europaweit Anstieg von Todeszahlen zu verzeichnen

    Statistische Erhebungen des Netzwerks EuroMOMO deuten dagegen für ganz Europa durchaus bereits einen Anstieg der allgemeinen Todeszahlen seit Ausbruch der Pandemie an. EuroMOMO veröffentlicht für mehrere europäische Länder und Regionen Daten dazu, ob mehr Menschen in einer bestimmten Woche gestorben sind, als in diesem Zeitraum zu erwarten wäre. 

    © Foto : EuroMOMO

    In Bergamo doppelt so viele Tote wie offiziell angegeben?

    Die Diskussion, ob es möglicherweise eine Dunkelziffer an corona-bedingten Sterbefällen gibt, kam zuerst in Italien auf. Eine Untersuchung der regionalen Zeitung "L’Eco di Bergamo" kam Anfang April zu dem Schluss, dass es viele unentdeckte Corona-Todesfälle gibt. Die Untersuchung verglich die statistischen Todesfälle des Vorjahres mit denen für 2020. Demnach seien in der Provinz Bergamo 4.500 Menschen an den Folgen der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Dies waren laut der Zeitung fast doppelt so viele wie offiziell angegeben. 

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    Deutschland, Coronavirus, Statistisches Bundesamt