06:03 21 September 2020
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    In Tallinn ist auf Vorgabe des Bildungsministeriums ein englischsprachiges Schullehrbuch zurückgerufen worden, in dem die Krim als Teil Russlands dargestellt ist. Wie der estnische Rundfunk am Dienstag berichtete, wurde das 2018 erschienene Buch an 200 estnischen Schulen im Unterricht verwendet.

    Es soll sich um insgesamt 5000 Lehrbücher handeln. Darin sei die Schwarzmeer-Halbinsel auf einer Karte zu Russland gehörig gekennzeichnet. Bemerkt worden sei dies aber erst jetzt vom ukrainischen Interessenverband in Estland, der sich an das Ministerium wandte.

    Die Vorsitzende des Verbandes äußerte sich dazu wie folgt: „Die Schüler in Estland erhalten falsche Informationen über die Ukraine und ihre territoriale Integrität wird ignoriert.“

    Ferner sagte sie, man sei über diesen Vorfall überrascht, da doch Estland ein verlässlicher und langjähriger Partner der Ukraine sei. Das estnische Bildungsministerium hat inzwischen mitgeteilt, die Schulbücher zurückzurufen und den Fehler darin zu beheben.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow während einer Video-Konferenz
    © Sputnik / Russisches Außenministerium
    Nach Angaben des Leiters des Verlags stammte die Karte aus einem frei zugänglichen Internet-Archiv. Dass sie abgedruckt worden sei, soll ein Fehler sein, den niemand bemerkt habe. Dem estnischen Rundfunk zufolge kündigte er an, der Vorgabe des Ministeriums nachzukommen und die Bücher korrigieren zu lassen.

    Da es sich um ein Sprachlehrbuch handle, habe man der Karte weder politische noch geografische Bedeutung beigemessen, fügte der Verlagsleiter hinzu. Er hoffe, dass die Bücher nicht komplett neu gedruckt werden müssen. Denn dies würde Kosten in Höhe von 10.000 bis 20.0000 Euro verursachen und eine unverhältnismäßige Reaktion darstellen.

    Erfolgen soll die Berichtigung bis zum Beginn des neuen Schuljahres im Herbst. Wegen der Corona-Pandemie ist der Schulbetrieb in dem an Russland grenzenden Estland auf Fernunterricht umgestellt.

    Angespannte Beziehungen

    Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo es Anfang 2014 zu einem Staatsstreich gekommen war.

    Im selben Jahr fand im Rahmen eines Referendums der Beitritt der Krim zu Russland statt. Die Halbinsel hatte bis dahin zur Ukraine gehört. Der Westen warf Russland Einmischung vor und verhängte daraufhin Sanktionen.

    mka/gs/dpa/sna

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    Tags:
    Sprachunterricht, Estland, Ukraine, Krim