04:57 13 Juli 2020
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    Das Oberlandesgericht hat am Mittwoch eine im April 2019 festgenommene IS-Terroristin aus dem nordrhein-westfälischen Oberhausen schuldig gesprochen und zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

    Carla-Josephine S. wurde unter anderem Mitgliedschaft in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh)* zur Last gelegt.

    Die Bundesanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft beantragt. Die deutsche Angeklagte habe ihre Kinder massiv gefährdet und einer Gewaltideologie ausgesetzt. Die Verteidiger der 33-Jährigen hatten dreieinhalb Jahre gefordert. Die Angeklagte sei naiv und leichtgläubig, habe sich aber nicht absichtlich strafbar gemacht. Ihr Entschluss zur Reise nach Syrien sei spontan gewesen und in einer emotionalen Ausnahmesituation entstanden.

    Kinder nach Syrien mitgenommen

    Die 33 Jahre alte Carla-Josephine S. war nach eigenen Worten als überzeugte Salafistin mit ihren drei minderjährigen Kindern aus dem Ruhrgebiet nach Syrien ins IS-Herrschaftsgebiet gezogen. Ihr kleiner Sohn war laut Bundesanwaltschaft in Syrien bei einem Raketenangriff ums Leben gekommen. 

    Die Frau war im Herbst 2015 gegen den Willen ihres Ehemannes nach Syrien gereist, um dort im Herrschaftsgebiet der Terrormiliz „Islamischer Staat (IS)“* zu leben, hieß es in einer Mitteilung des Generalbundesstaatsanwalts beim Bundesgerichtshof. Ihre Kinder habe sie im Sinne der Ideologie des IS religiös unterrichten lassen. In Syrien habe sich die Frau mit ihren Kindern eine öffentliche Hinrichtung angeschaut. Ihren Sohn soll sie an ein militärisches Ausbildungscamp des IS für Kindersoldaten übergeben haben.

    In dem Bürgerkriegsland habe Carla-Josephine S. mit den Kindern in Unterkünften gelebt, die von Gegnern des IS bombardiert und beschossen worden seien.

    Die Frau habe versucht, ihren Ehemann ebenfalls zu einer Reise nach Syrien zu bewegen, damit sich dieser dort für den IS als Kämpfer ausbilden lasse und für die Terrormiliz kämpfe. Dieser habe eine solche Perspektive abgelehnt. Daher habe die Frau im Frühjahr 2016 ein IS-Mitglied aus Somalia geheiratet. Der neue Ehemann habe ihr die Handhabung eines vollautomatischen Sturmgewehrs beigebracht.

    In Syrien habe die Frau ein weiteres Kind bekommen. Mit ihren drei Kindern sei sie am 5. April nach Deutschland zurückgekehrt und am Stuttgarter Flughafen festgenommen worden.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    ns/ae/dpa/sna 

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    Tags:
    Somalia, Haft, Urteil, Festnahme, Islamischer Staat, Deutschland, Syrien