04:22 29 Oktober 2020
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    Der Marktforscher Nielsen hat im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) Mitte April rund 1000 Menschen repräsentativ befragt, um ihr Einkaufsverhalten in den Zeiten der Corona-Krise zu untersuchen. Die DPA veröffentlichte am Samstag die Studien-Ergebnisse.

    Demzufolge gaben 43 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren an, Arzneimittel über die in normalen Zeiten beschaffte Menge hinaus gekauft zu haben. Bei den 30- bis 39-Jährigen seien es 34 Prozent gewesen.

    Dagegen bunkerten laut der Recherche nur 15 Prozent der 50- bis 59-Jährigen sowie neun Prozent der über 60-Jährigen Medikamente. Damit lägen die älteren Menschen deutlich unter dem Durchschnitt von 23 Prozent.

    Hamsterkäufe von anderen Produkten

    Nicht nur bei Arzneien habe sich gezeigt, dass gerade junge Menschen auf Vorrat gekauft hätten, so die Studie. Demnach gaben 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 51 Prozent der 30- bis 39-Jährigen an, Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Seife oder Toilettenpapier über das gewöhnliche Maß hinaus beschafft zu haben.

    Der Anteil der jüngeren Hamsterer sei viel höher gewesen als in der Gruppe zwischen 50 und 60 und bei den über 60-Jährigen, so die Marktforscher. Eine Ursache für das Verhalten sei, dass Eltern auch für ihre Kinder Vorräte angelegt hätten.

    Lieferengpass-Gefahr bei Medikamenten

    Es gebe keinen Grund, sich auf Vorrat mit Arzneimitteln einzudecken, wenn nicht der Arzt oder Apotheker dazu raten, betonte Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des BAH.

    „In vielen Fällen führt erst der unverhältnismäßige Kauf von Arzneimitteln, die nicht benötigt werden, zu kurzfristigen Lieferengpässen zulasten anderer Patienten.“

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als drei Millionen Menschen in 185 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 238.950 Todesopfer registriert.

    Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland beträgt nach Angaben der Organisation 164.077. An der neuartigen Krankheit seien 6736 Patienten gestorben.

    mo/sb/dpa

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    Tags:
    Hamsterkauf, Coronavirus