01:53 09 Juli 2020
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    Laut Sergej Netschaew, dem Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, muss der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der die Teilnahme an der Kranzniederlegung zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin verweigerte, ein „schlechtes Gewissen“ haben.

    Gemeinsam mit Netschaew nahmen an der Kranzniederlegung der Botschafter von Weißrussland Denis Sidorenko sowie der Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), teil.

    Die Zeremonie fand am Samstag vor einem Wohnhaus am Schulenburgring in Berlin-Tempelhof statt, wo sich in den letzten Kriegstagen der Kommandostab der sowjetischen 8. Gardearmee befand.  Am 2. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche General Helmuth Weidling dort den Befehl zur Kapitulation der Truppen, die bis zuletzt in Berlin gekämpft hatten. Damit war der Krieg für die Hauptstadt zu Ende.

    „Wir teilen weder unseren gemeinsamen Sieg noch die Kriegsgräberstätten. Darin liegen die Kämpfer: Russen, Ukrainer, Weißrussen und auch jene Soldaten, die in einer geeinten Armee eines geeinten Staates gemeinsam gegen den Nationalsozialismus kämpften und Europa befreiten“, sagte Netschaew.

    Er fügte auch hinzu, dass die Zeremonie dieses Jahr „in einem verkürzten Format“ wegen der Corona-Einschränkungen stattgefunden habe. Trotzdem dürfe man laut Netschaew die sowjetischen Gedenkstätten nie vergessen.

    Zuvor hatte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, die Einladung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu dieser Veranstaltung zurückgewiesen, da dabei auch die Teilnahme des russischen Vertreters geplant war. Melnyk zufolge wäre dies für ihn der „schlimmste Albtraum“.

    ac/mt

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    Tags:
    Kritik, Ukraine, Russland, Botschafter, Ende, Zweiter Weltkrieg, Veranstaltung, Berlin