19:14 28 Oktober 2020
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    Diese interessante Geschichte hat eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“ im Rahmen der Reihe „Kriegserlebnisse von Familienangehörigen“ von ihrer Großtante Rosalia Finkelstein erfahren, die inzwischen seit zehn Jahren in Deutschland lebt.

    Ihr Mann Selik Finkelstein, Kommandeur einer Bomberstaffel, befand sich zum Ausbruch des Krieges im Fernen Osten. 1941 war die Lage dort relativ ruhig, obwohl die Sowjetunion einen Überfall Japans befürchtete. Trotzdem sehnten sich alle Flieger an die Kampffront. Gleich seinen Regimentskameraden reichte Finkelstein ein Gesuch nach dem anderen ein. Alles vergebens. Dazu kam noch, dass praktisch alle Angehörigen Finkelsteins in weißrussischen Judenghettos umgekommen sind. Dann fiel Finkelstein eine „geniale“ Idee ein: Geld zusammenlegen, soviel jeder geben kann, um Kampfflugzeuge zu kaufen, und dann um Erlaubnis bitten, mit diesen Maschinen gegen Nazideutschland in den Kampf zu ziehen.

    Sie waren insgesamt 27 Mann — Piloten, Navigatoren, Funker, Flugtechniker. Sie brachten 120.000 Rubel auf, eine große Summe für damals. Zwei Wochen später kam ein Staatstelegramm:

    „Danke für die patriotische Tat. Die Bitte wurde Ihnen gewährt. Stalin“.

    So entstand an der Zweiten Ukrainischen Front eine ganze „Eigentümer“-Staffel. Mit ihren Douglas A-20G Boston beteiligte sie sich an der Befreiung von Budapest und Wien, Ungarn und der Tschechoslowakei sowie zeichnete sich während der Schlacht um Berlin aus.

    Die Nachkommen von Finkelstein haben einen Zeitungsausschnitt aus der Kriegszeit bewahrt mit dem Artikel „Sie werden auf den Feind mit eigenen Flugzeugen losgehen“ und dem Foto von drei Bordkommandanten. Die „Eigentümer“ pflegten ihre Maschinen sorgfältig. Häufige Gefechtseinsätze, dichtes Sperrfeuer, gegnerische Jäger ließen die Kampfflugzeuge oft mit nur „an einem seidenen Faden“ oder, wie die Flieger sagen, „mit einem Flügel“ zurückkommen. Doch stiegen die über und über geflickten Maschinen immer wieder in den Himmel. Und alle haben den Sieg miterlebt.

    • Die Nachkommen von Finkelstein haben einen Zeitungsausschnitt aus der Kriegszeit bewahrt mit dem Artikel „Sie werden auf den Feind mit eigenen Flugzeugen losgehen“ und dem Foto von drei Bordkommandanten.
      Die Nachkommen von Finkelstein haben einen Zeitungsausschnitt aus der Kriegszeit bewahrt mit dem Artikel „Sie werden auf den Feind mit eigenen Flugzeugen losgehen“ und dem Foto von drei Bordkommandanten.
      © Foto : Privatarchiv von Rosalia Finkelstein
    • Staatstelegramm von Stalin an Selik Finkelstein
      Staatstelegramm von Stalin an Selik Finkelstein
      © Foto : Privatarchiv von Rosalia Finkelstein
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    © Foto : Privatarchiv von Rosalia Finkelstein
    Die Nachkommen von Finkelstein haben einen Zeitungsausschnitt aus der Kriegszeit bewahrt mit dem Artikel „Sie werden auf den Feind mit eigenen Flugzeugen losgehen“ und dem Foto von drei Bordkommandanten.

    * Unsterbliches Regiment ist eine weltweite gesellschaftliche Aktion zum Tag des Sieges. Ihre Teilnehmer versammeln sich zu Gedenkmärschen und tragen die Bilder ihrer Familienmitglieder, die im Krieg gekämpft haben. Wegen der COVID-19-Pandemie wird es online stattfinden.

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    Tags:
    Russland, Unsterbliches Regiment, Zweiter Weltkrieg