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    Erinnerung und Mahnung: Denkmale der Befreiung

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    © Foto : Frank und Fritz Schumann
    Michendorfer Chausse bei Potsdam (Brandenburg)

    Außerhalb Potsdams wurde 1946 in einem Waldgebiet ein Friedhof angelegt. Dorthin wurden gefallene Rotarmisten umgebettet – 2398 insgesamt. Danach erfolgten Beisetzungen bis in die achtziger Jahre hinein: sowjetische Soldaten, Offiziere, Frauen und Kinder.

    „Denkmale der Befreiung“, so heißt ein Bildband, der kürzlich erschienen ist und fotografisch an die „Spuren der Roten Armee in Deutschland“ erinnert, wie es im Untertitel heißt.

    Die beiden Fotografen Frank und Fritz Schumann zeigen in dem vor wenigen Tagen erschienenen Band die Denkmäler in den ostdeutschen Bundesländern, die zum Gedenken an die gefallenen sowjetischen Soldaten errichtet wurden. Das reicht von Berlin-Treptow über Seelow in Brandenburg und Anklam in Mecklenburg-Vorpommern bis zu Gröditz in Sachsen. Sie sind meist gut erhalten, zum Teil gepflegt von Bürgerinitiativen oder von den Behörden immer wieder restauriert.

    Das Buch wird mit je einem Vorwort des Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafters der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej J. Netschajew, sowie von Matthias Platzeck, ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg und heutiger Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, eröffnet. Botschafter Netschajew äußert darin die Hoffnung, „dass die Erinnerung an die Vergangenheit sowie die schrecklichste Erfahrung des 20. Jahrhunderts nicht vergessen werden. Dies ist vor allem für die junge Generation wichtig, die die Verantwortung für unsere gemeinsame friedliche Zukunft trägt.“

    Auch das Denkmal für die verstorbenen und ermordeten Kriegsgefangenen, unter ihnen Tausende Sowjetsoldaten, in Sandbostel in Niedersachsen ist zu sehen. Die Autoren erinnern daran, dass die Landesregierung von Niedersachsen das 1945 von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Sandbostel errichtete Denkmal für die toten sowjetischen Soldaten 1956 sprengen ließ. Das geschah wegen angeblich falscher Zahlen der Opfer auf dem Denkmal. Heute erinnert daran eine Tafel auf dem Gelände des einstigen Stalag X B in Sandbostel.

    Am Ende des Buches sind alle über 4.000 Gedenkorte und sowjetischen Kriegsgräberstätten in der gesamten Bundesrepublik aufgeführt. Dazu zählen den Angaben nach auf die Gräber für die zwischen 1945 und 1990 in Deutschland verstorbene sowjetischen Soldaten. Das basiert auf der entsprechenden Datenbank des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst, die online zugänglich ist.

    Das Buch wurde gefördert von der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland und dem Unternehmen Gazprom.

    Frank und Fritz Schumann: „Denkmale der Befreiung – Spuren der Roten Armee in Deutschland“ zweisprachig Verlag Neues Leben 2020. 256 Seiten. ISBN 978-3-355-01890-6. 32 Euro

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    Tags:
    Friedhof, Deutschland, Sowjetunion, Ehrenmal, Zweiter Weltkrieg
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