02:25 02 Dezember 2020
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    Wenn die Umweltaktivistin Greta Thunberg zu einer Veranstaltung eingeladen wird, kann man sich sicher sein – dort geht es um den Klimaschutz. Doch nun schaffte es die junge Schwedin auf Einladung des US-Fernsehsenders CNN auch in eine Corona-Expertenrunde. Darüber staunen die einen und können sich die anderen im Netz ihren Spott nicht verkneifen.

    Die Corona-Pandemie hat gefühlt die ganze Welt lahmgelegt. In den letzten Monaten war vor allem das Krisenmanagement der Regierungen gefragt, die sich für ihren Teil an die Einschätzungen und Empfehlungen der Virologen bzw. Epidemiologen hielten und danach ihren Kurs durch die Krise ausrichteten. Wie gut, dass diese Experten auch im Fernsehen erscheinen und von dort aus Tausende von Zuschauern über das Coronavirus aufklären.  

    Diesem Krisen-Trend blieb auch der amerikanische Fernsehsender CNN treu und kündigte eine Gesprächsrunde mit dem Titel „Coronavirus: Fakten und Ängste“ für Donnerstagabend an. Eingeladen wurden Richard Besser, der frühere Direktor der „Centers for Disease Control and Prevention“ (eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums), sowie Kathleen Sebelius, ehemalige Sekretärin des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten. Aber aller guten Dinge sind bekanntlich drei, und so wurde auch die Umweltaktivistin Greta Thunberg angekündigt.

    Kaum machte diese Meldung die Runde, gab sie vielen Internetnutzern, darunter auch einigen prominenten, Anlass zu Spott und Häme. Schließlich drängte sich vielen die Frage auf: Was hat denn eigentlich die Thunberg dort verloren? Hat sie etwa profundes Wissen auf dem Gebiet der Medizin auch noch aufzuweisen?

    Corona-Expertin Thunberg

    So etwas Ähnliches könnte sich der Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Junior, mit seinem Tweet gedacht haben. Schließlich war sein Vater in der Vergangenheit für die eine oder andere unfreundliche Bemerkung gegen Thunberg aufgefallen.

    „Greta Thunberg hat bereits als Teenager eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Heute ist sie eine weltbekannte Spezialistin für Infektionskrankheiten und Epidemiologin UND eine führende wissenschaftliche Stimme in Bezug auf die globale Klimapolitik. Wow, einfach so beeindruckend.“

    ​Viele Twitter-Nutzer teilten diese Ansicht und hatten auch etwas mitzuteilen. Unter dem CNN-Post waren schnell 500 Kommentare zu finden.

    „Was um Himmels Willen hat Greta Thunberg zu einer Diskussion über Covid beizutragen? Das wird langsam lächerlich. SIE sind völlig lächerlich!“, so ein Kommentator. In diesem Sinne auch der nächste Tweet: „Das darf doch nicht wahr sein. Greta ist jetzt also eine Covid-Spezialistin? Man sollte es nicht ‚Fakten und Ängste‘ nennen. Man sollte es ‚Lügner und Verrückte‘ nennen."

    „Hahaha Greta Thunberg? Sie wenden sich an ein Kind, das von nichts eine Ahnung hat? Aber das überrascht mich nicht“, hatte da einer zum Lachen.  

    Oder ein weiterer Spott: „Wenn sie weint, wird das ein toller Moment fürs Fernsehen. CNN kennt das Reality-TV wie keine andere Nachrichtenorganisation!“

    Ein anderer Nutzer brachte seine Ablehnung durch ein Bild zum Ausdruck. In einer bearbeiteten Kopie des CNN-Posts wurden die drei angekündigten Gäste durch drei skurrile Gestalten ersetzt – einen alten Mann, der ein wenig an Freddy Krueger erinnert, durch Tinky-Winky von den Teletubbies sowie durch die skandalträchtige Schauspielerin Lindsay Lohan.

    ​„Verfügt über außergewöhnliches Wissen“

    Trotzt der vielen negativen Auslassungen gab es auch einige Nutzer, die für Greta Partei ergriffen. Zum Beispiel die Bestsellerautorin Roxane Gay.  

    „Unqualifizierte Männer erscheinen jeden Tag und den ganzen Tag im Kabelfernsehen und blubbern endlos, aber Greta Thunberg ist zu viel?“

    Die Schriftstellerin Charlotte Clymer war ähnlicher Auffassung und warf den Kritikern darüber hinaus Sexismus vor.

    ​Den größten Rückhalt bekam Thunberg von der Oscar-gekrönten Schauspielerin Patricia Arquette: „Sie verfügt über ein außergewöhnliches Wissen und ist die nächste Generation, die dieses Durcheinander, das wir angerichtet haben, aufräumen muss. Sie wäre sicher nicht dabei, wenn sie nicht eine kraftvolle Stimme hätte.“

    mka/gs

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    Tags:
    Coronavirus, Greta Thunberg, CNN