00:20 12 Juli 2020
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    Das Risiko einer Infizierung mit dem Coronavirus in Flüchtlingsunterkünften ist laut einer Studie möglicherweise genauso hoch einzustufen wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Dies hat eine Untersuchung gezeigt, die von dem Forscher Kayvan Bozorgmehr aus Bielefeld geleitet wurde.

    Das Virus könne sich ganz schnell ausbreiten – in dem Fall, wenn es mit dem Personal oder den Bewohnern in die entsprechende Unterkunft gelangt sei. Dies teilte der Studienleiter der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit. Zunächst berichtete der SWR darüber.

    Diese Studie, die noch nicht veröffentlicht wurde, ist die erste wissenschaftliche Untersuchung dieser Art, die die Infizierungsrisiken mit Corona in Flüchtlingsunterkünften zum Thema hat.

    Grundlage für Untersuchung

    Laut Bozorgmehr waren 23 Heime mit 1367 bestätigten Infektionsfällen in Brandenburg, Bremen, NRW, Hessen, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt Grundlage für diese Untersuchung. Der Studienleiter unterstrich, dass enge und kleine Räume für das Zusammenleben mehrerer Personen, gemeinsame Küchen sowie ein Mangel an Duschen und Toiletten das Leben unter Pandemie-Bedingungen für viele Bewohner hochproblematisch machen. Die Praxis zeige, dass die erforderliche strikte Isolierung infizierter Flüchtlinge von Nicht-Infizierten aus Raumgründen öfters nicht möglich sei.

    ek/sb/dpa

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    Tags:
    Studie, Coronavirus, Infizierung, Risiko, Ansteckung