00:47 24 Oktober 2020
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    Die Techniker Krankenkasse meldet für März so viele Krankmeldungen von Beschäftigten wie seit 20 Jahren nicht mehr. Grund dafür könnten präventive Krankschreibungen wegen der Corona-Pandemie sein. Die Krankenkassen befürchten für dieses und nächstes Jahr erhebliche Mindereinnahmen.

    Laut der Techniker Krankenkasse (TK) hat es im März so viele Krankmeldungen von Arbeitnehmern gegeben, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Insgesamt seien es 6,84 Prozent gewesen. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren lag der Höchststand bei 5,30 Prozent der Beschäftigten. Die hohe Zahl der Krankmeldungen scheint aber nicht von einer hohen Zahl von Covid-19-Erkrankungen herzurühren. Laut Jens Baas, Chef der TK, liege die Vermutung nahe, dass sich viele Arbeitnehmer präventiv krankgemeldet haben. Die meisten hätten sich mit Erkältungserscheinungen krankgemeldet.

    Anfang März hatten sich der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung darauf geeinigt, dass Patienten, die über Atemwegsbeschwerden klagen, von den Ärzten nach einer rein telefonischen Konsultation für bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden dürfen.

    Corona-Krise trifft auch Krankenkassen

    Die Corona-Pandemie trifft aber auch die Krankenkassen selbst. Laut Ulrike Elsner, der Vorstandsvorsitzenden der Ersatzkassenverbandes VDEK, erwarten die Krankenkassen für das jahr 2020 Mindereinnahmen von 4,8 Milliarden Euro. Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, erklärt:

    „Aufgrund der zusätzlichen Corona-Ausgaben einerseits und der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme mit Beitragsrückgängen andererseits rückt nun auch die Frage der finanziellen Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung in den Blick. Darüber haben wir in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre mit dem Bundesgesundheitsminister gesprochen. Wir waren uns einig“, so Pfeiffer weiter, „dass sowohl im Jahresverlauf als auch im Blick auf die Entwicklung in den Folgejahren die Stabilität der GKV-Finanzen eine herausragende Rolle spielt. Deshalb wird, auch darin waren wir uns einig, spätestens im Herbst mit dem Bundesfinanzminister über einen höheren Bundesanteil an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sprechen sein.“

    Zur finanziellen Absicherung der Gesetzlichen Krankenkassen fordert der Verband, dass möglichst zeitnah Maßnahmen ergriffen werden. Diese sollen zur unmittelbaren Sicherung der Liquidität von Krankenkassen und Gesundheitsfonds beitragen, zur Übernahme der den Krankenkassen auferlegten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsschutzes dienen, einen finanziellen Ausgleich der pandemiebedingten Netto-Mehrausgaben der Kassen sicherstellen und massiv steigende Zusatzbeiträge in den Jahren 2020 und 2021 vermeiden.

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    Tags:
    Deutschland, Krankenversicherung, Coronavirus